{"id":1038,"date":"2009-06-02T16:54:21","date_gmt":"2009-06-02T14:54:21","guid":{"rendered":"http:\/\/abriss-berlin.de\/blog\/?p=1038"},"modified":"2009-06-02T16:54:21","modified_gmt":"2009-06-02T14:54:21","slug":"skandalose-zustande-im-freibad-plotzensee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=1038","title":{"rendered":"Skandal\u00f6se Zust\u00e4nde im Freibad Pl\u00f6tzensee"},"content":{"rendered":"<p>Ein gem\u00fctliches Familienstrandbad in naturgesch\u00fctzter Idylle \u2013 auch f\u00fcr sozial schwache Familien erschwinglich: Das alles war einmal!<\/p>\n<p>Mittlerweile haben sich die Zust\u00e4nde durch mehrere P\u00e4chterwechsel erheblich zum Negativen gewandelt. Doch die neue P\u00e4chter-GbR, Erik M\u00fcller und Rudolf Singer, Profis aus dem Bau- bzw. Immobiliengewerbe (sic!), wollten ganz  \u201egro\u00df\u201c investieren, sogar von der Einstellung von 8 (acht!) Bademeistern sowie weiteren Arbeitspl\u00e4tzen war die Rede, au\u00dferdem von Sanierungen, Renovierungen und und und\u2026<\/p>\n<p>Was ist, ja was bleibt von den vollmundigen Ank\u00fcndigungen? Okay, neue WC-Becken. Danke daf\u00fcr! Doch erst auf wiederholte Anmahnungen hin war man im Stande, den Duschen das entsprechende Warmwasser zuzuf\u00fchren: Erst war die Anlage angeblich defekt, dann wurde sie erneuert. Letztlich kommt jedoch r\u00fcber: \u201e\u2026es lohnt sich doch gar nicht\u2026!\u201c<\/p>\n<p>Regul\u00e4re \u00d6ffnungszeiten? Gibt es nicht. Mal wird mittags ge\u00f6ffnet, mal morgens, mal gar nicht. So stehen immer wieder verbl\u00fcffte Badnutzer, vor Allem die t\u00e4glichen Schwimmer, vor verschlossener Anlage \u2013 besonders nach 16 Uhr, dann, wenn sie endlich Feierabend haben. Oder es ist geschlossen, weil die Wolkendecke etwas dichter ist. Und wieder h\u00f6ren wir, es lohne sich doch nicht. Vorsichtshalber wurden weder die \u00d6ffnungszeiten noch die Betreiberadresse\/-telefonnummer am Eingang angebracht. Oder: Die Anlage ist zwar nach 16 Uhr ge\u00f6ffnet, daf\u00fcr aber das Bademeisterb\u00fcro, die Umkleide und die Duschen nicht. Warum auch: Es ist \u00fcberhaupt kein Bademeister auf dem Gel\u00e4nde. Unverantwortlich, versicherungstechnisch nicht gedeckt und absolut nicht ordnungsgem\u00e4\u00df!<\/p>\n<p>Ergebnis: Damit die Nutzer nicht umsonst angereist sind, teils zu Fu\u00df, teils mit dem Rad, wird eben wieder von der gegen\u00fcberliegenden Seite verbotenerweise wild gebadet. \u201eWir k\u00f6nnen hier machen, was wir wollen. Wir sind die P\u00e4chter!\u201c Originalton P\u00e4chter M\u00fcller. Dazu passt: Vereinen, die seit Jahren Nutzungsvertr\u00e4ge halten, wird der Zugang zum Wasser verwehrt: Die Rechtslage sei noch nicht gekl\u00e4rt. Aus der Beachbar dr\u00f6hnt sp\u00e4tabends h\u00f6llelaute Diskomusik \u00fcber den sonst so ruhigen Pl\u00f6tzensee. Dieser steht unter Naturschutz, unter Anderem auch, um den gestressten B\u00fcrgerInnen die M\u00f6glichkeit eines ruhigen, entspannenden Feierabendspaziergangs zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Die fr\u00fcher moderaten, auch f\u00fcr unsere sozial schlechter gestellten Mitb\u00fcrgerInnen erschwinglichen Eintrittspreise, sind in f\u00fcr diese in mittlerweile nahezu unerreichbare H\u00f6hen geschnellt. Das hat ebenfall zur Konsequenz: Das aus Naturschutzgr\u00fcnden untersagte Wildbaden feiert, wie bereits oben erw\u00e4hnt, fr\u00f6hliche Urst\u00e4nd. Die fr\u00fcher gern genutzten Saisonkarten werden nicht mehr angeboten; sie w\u00fcrden ja eine gewisse Verbindlichkeit der Betreiber erfordern. Das Gleiche gilt f\u00fcr Gruppenangebote, aber: Das lohnt sich ja nicht\u2026 f\u00fcr die Betreiber!<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wird ein Schickimicki-D\u00f6ner-Bistro eingerichtet, statt des fr\u00fcher \u00e4u\u00dferst beliebten Terrassencaf\u00e9s. Preise? Nicht gerade Wedding\/Moabit-gerecht. F\u00fcr den Besuch des Bistros, ohne Badesachen, soll Eintritt erhoben werden \u2013 etwa ein \u201eMuseumszuschlag\u201c f\u00fcr die wilhelminischen Backstein-Geb\u00e4ude?<\/p>\n<p>Das riecht alles erheblich nach professioneller Abzocke. Da haben die Eigner, die Berliner B\u00e4derbetriebe, wieder einmal blind\u00e4ugig &#8211; nach den versprochenen Investitionsgeldern und zu schaffenden Arbeitspl\u00e4tzen gierend &#8211; an die Haifische verpachtet. Federf\u00fchrend hierf\u00fcr ist die offensichtlich v\u00f6llig \u00fcberforderte Justitiarin der BBB, Ines Blau. Wir w\u00fcrden ja gern mal Einsicht nehmen in das \u201enachgebesserte\u201c (M\u00fcller) Vertragswerk zwischen Eignern und P\u00e4chtern. Die urspr\u00fcngliche Ausschreibungsfassung des Vorvertrages liegt uns vor; da muss aber reichlich \u201enachgebessert\u201c worden sein.<\/p>\n<p>Die Berliner B\u00e4derbetriebe sind dem Senat und uns B\u00fcrgerInnen gegen\u00fcber verpflichtet, daf\u00fcr zu sorgen, dass die B\u00e4der geregelte Nutzungsm\u00f6glichkeiten anbieten und einhalten. Letztlich sind die B\u00e4der f\u00fcr uns B\u00fcrger da und erf\u00fcllen einen wichtigen sozialen Sinn: Erholung und Entspannung. Sicher muss ein Wirtschaftsbetrieb sich auch \u00f6konomisch tragen. Aber da liegen dann, da das Projekt doch offensichtlich wirtschaftlich nicht tr\u00e4gt, bereits im Vorfeld &#8211; w\u00e4hrend Planung und Erstellung bzw. Abnahme des Businessplans der P\u00e4chter-\u201eProfis\u201c &#8211; eklatante Berechnungs- und Beurteilungsfehler zu Grunde.<\/p>\n<p>Es wird Zeit, dass diese Zust\u00e4nde, die sich erst nach dem diesj\u00e4hrigen Anschwimmen im Mai wirklich offenbart haben, publik gemacht werden. Es wird dringend Zeit, dass sich umgehend etwas \u00e4ndert. Die Saison ist schneller vorbei, als man glaubt.<\/p>\n<p>&#8211; Klare, verl\u00e4ssliche Strukturen!<br \/>\n&#8211; Sozialvertr\u00e4gliche, den umliegenden Bezirken angepasste Eintrittspreise, Familien-, Gruppen-, Vereins-, Monats- sowie Jahresverg\u00fcnstigungen!<br \/>\n&#8211; Sponsorensuche (Vattenfall?) statt Haifischp\u00e4chter!<\/p>\n<p>Im Auftrag erheblich genervter und frustrierter Noch- und mittlerweile auch Exbadnutzer,<\/p>\n<p><em>Holger Grusdat<\/em><br \/>\nProjeKt Coach Aktion Waran 51.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein gem\u00fctliches Familienstrandbad in naturgesch\u00fctzter Idylle \u2013 auch f\u00fcr sozial schwache Familien erschwinglich: Das alles war einmal! Mittlerweile haben sich die Zust\u00e4nde durch mehrere P\u00e4chterwechsel erheblich zum Negativen gewandelt. Doch die neue P\u00e4chter-GbR, Erik M\u00fcller und Rudolf Singer, Profis aus dem Bau- bzw. 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