{"id":1042,"date":"2009-06-16T15:02:51","date_gmt":"2009-06-16T13:02:51","guid":{"rendered":"http:\/\/abriss-berlin.de\/blog\/?p=1042"},"modified":"2010-01-31T18:01:38","modified_gmt":"2010-01-31T16:01:38","slug":"gruner-sheriff-schiest-auf-prenzlburger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=1042","title":{"rendered":"Gr\u00fcner Sheriff schie\u00dft auf Prenzlb\u00fcrger"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stadtrat Jens-Holger Kirchner beleidigt <em>B\u00fcrgerinitiativen<\/em> und erh\u00e4lt Quittung in gleicher H\u00f6he<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Was wir bislang vor Allem vom gr\u00fcnen B\u00fcrgermeister Dr. Franz Schulz in Kreuzberg und Friedrichshain gewohnt waren, hat offenbar Schule gemacht: Auch im Prenzlauer Berg werden Initiativen hart angegangen, wenn sie sich gegen die Politik der gr\u00fcnen Karrieristen an der Macht wehren. Einen \u201eGrundhass gegen den Staat\u201c attestiert Kirchner seinen B\u00fcrgern. Doch brav wie die B\u00fcrger im Prenzlberg heutzutage eben sind, zeigen diese sich dar\u00fcber \u201ebest\u00fcrzt\u201c und nicht etwa best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Was in Teilen Kreuzbergs wom\u00f6glich einigen Stolz ausl\u00f6sen k\u00f6nnte, gilt den Prenzlbergern im gr\u00f6\u00dftenteils l\u00e4ngst in b\u00fcrgerliche, k\u00fcnstlerische und kreative Langeweile gekippten Kiez um die Kastanienallee und die Oderberger Stra\u00dfe als Beleidigung. \u201eZutiefst anarchistisch und Feinde der \u00f6ffentlichen Ordnung\u201c &#8211; nein, das ginge ja nun wirklich zu weit! Lieber setzen \u201ewir, die anliegenden B\u00fcrger\u201c auf eine \u201eErneuerung der Gesellschaft\u201c, Ivan Illich zitierend: \u201eDer erste Schritt dazu ist eine skeptische, respektlose Einstellung der B\u00fcrger gegen\u00fcber dem wissenschaftlichen Experten.\u201c<\/p>\n<p>Bei allem b\u00fcrgerlichen Enthusiasmus haben die Prenzlb\u00fcrger aber nicht verlernt, wie man einen Stadtrat zurechtweist und das l\u00e4sst mich &#8211; nach nun sieben Jahren Wohnhaft im Prenzlauer Berg &#8211; beinahe wieder auf bessere Zeiten hoffen. Bravi!\u00a0 &lt; <a title=\"The Ostprinzessin\" href=\"http:\/\/www.ostprinzessin.de\">The Ostprinzessin<\/a> &gt;<\/p>\n<p><em>Sehr geehrter Herr Kirchner,<\/em><\/p>\n<p><em>an verschiedenen Baustellen (!) streiten Sie und wir in unserem Bezirk f\u00fcr gemeinsame Ziele. Zuletzt haben wir uns gemeinsam F\u00dcR die Einf\u00fchrung der Parkraumbewirtschaftung im Prenzlauer Berg eingesetzt. \u00dcber die zuk\u00fcnftige Baustelle in der Kastanienallee konnten wir uns bisher NICHT verst\u00e4ndigen, obwohl wir Ihnen eine Steilvorlage nach der anderen f\u00fcr eine einvernehmliche Gestaltung dieser im Bezirk Pankow einmaligen Stra\u00dfe gegeben haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun aber best\u00fcrzen Sie uns mit \u00c4u\u00dferungen in der Tagespresse &#8211; und wir hoffen, Sie wurden falsch zitiert, wie es ja auch auch uns passiert &#8211; die Sie in die Niederungen des Populismus f\u00fchren. Mit diffamierenden Aussagen \u00fcber die Anwohner des Kastanienallee-Kiezes und deren legitime Sorgen um ihr Lebensumfeld verteidigen Sie Ihre kompromisslose Haltung. Sie attestieren den B\u00fcrgern einen \u201eGrundhass auf den Staat\u201c und ein \u201eGrund-Misstrauen\u201c gegen die Verwaltung, und \u201eAngst vor der Ver\u00e4nderung\u201c einer \u201eSpielwiese\u201c (Berliner Zeitung vom 12.6.2009). Und: \u201eMan muss auch realistisch bleiben\u201c (Berliner Kurier 12.6.2009).<\/em><\/p>\n<p><em>Wir entnehmen diesen Zitaten, dass wir, die anliegenden B\u00fcrger, in Ihren Augen kindisch und lebensfern sind, unrealistisch und geistig unbeweglich, zutiefst anarchistisch und Feinde der \u00f6ffentlichen Ordnung. Aber Sie, als Stadtrat dieser \u00f6ffentlichen Ordnung, stellen mit tapferer Unbeugsamkeit als \u201eGr\u00fcner Sheriff\u201c (Berliner Kurier 14.2.2009) sicher, dass selbige f\u00fcr die \u00fcbrigen braven B\u00fcrger erhalten bleibt.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Wahrheit ist schon auf fast erschreckende Weise das Negativ Ihrer eigenen Selbstwahrnehmung: das von Ihnen als ausreichend betrachtete sogenannte \u201eBeteiligungsverfahren\u201c musste Ihnen erst per BVV-Beschluss aufgezwungen werden. Sie hegen ein Grund-Misstrauen gegen\u00fcber den dummen B\u00fcrgern, die dem Hoppla-Hopp ihrer Planung im Wege stehen. Ihre, f\u00fcr die bed\u00e4chtig und akribisch vorgetragenen Einw\u00e4nde der Anwohner, tauben Ohren sch\u00fcren erst das Misstrauen der B\u00fcrger. SIE und Ihre Verwaltung  haben sich als unbeweglich erwiesen. Oder wie w\u00fcrden Sie es nennen, wenn von 100% IHRER Forderungen 5% umgesetzt werden? Einen Kompromiss?<\/em><\/p>\n<p><em>Kompromisse haben dagegen die B\u00fcrgerinitiativen gemacht. Auf die Ablehnung von \u201eShared Space\u201c und \u201eFu\u00dfg\u00e4ngerzone\u201c &#8211; alles keine abwegigen Ideen, die\u00a0 unsere \u201eAngst vor Ver\u00e4nderung\u201c beweisen k\u00f6nnten &#8211; haben wir mit detailgenauen und sachkundigen L\u00f6sungen geantwortet, auf die Bezirk und Senat konsequent in kompromissloser B\u00fcrokratenmanier reagierten.<\/em><\/p>\n<p><em>Die \u201eAngst vor Ver\u00e4nderung\u201c treibt die B\u00fcrokraten um. Die Angst vor Demokratie und ernsthafter B\u00fcrgerbeteiligung, welche die Plan-\u201eSpielwiesen\u201c austrocknen k\u00f6nnten, die immer noch so absurde Monster hervorbringen wie die Verl\u00e4ngerung der A100 f\u00fcr 400 Millionen Euro, mit der 200 Kastanienalleen zu lebens- und liebensw\u00fcrdigen Stra\u00dfen umgebaut werden k\u00f6nnten! Aber ach, es ist ja kein Geld da! Ja, weil gew\u00e4hlte Stadtr\u00e4te zu bequem sind sich gegen gew\u00e4hlte SenatorInnen durchzusetzen. Und gew\u00e4hlte SenatorInnen keinen Mumm gegen\u00fcber den gew\u00e4hlten BundespolitikerInnen beweisen. Auch dass w\u00e4re \u201eDemokratie von unten\u201c!<\/em><\/p>\n<p><em>Stattdessen schielt der von den B\u00fcrgern gew\u00e4hlte Stadtrat lieber auf den B\u00fcrger-Meisterposten, der auf dem Spiel st\u00fcnde wenn der Stadtrat aufmuckt. Dabei s\u00e4hen wir ihn gern in diesem Amt, wenn er nur F\u00dcR die B\u00fcrger k\u00e4mpfen w\u00fcrde, anstatt f\u00fcr altmodische Verkehrskonzepte eine lebendige Stra\u00dfenkultur zu zerst\u00f6ren, wie uns der Verlust des Zeitungskiosk am U-Bahnhof Eberswalder Stra\u00dfe schmerzhaft vor Augen f\u00fchrt. Vermutlich war Ihnen das zu viel der von Ihnen bem\u00e4ngelten \u201eKommerzialisierung ohne Ende\u201c, wo wir fast ausschlie\u00dflich unabh\u00e4ngige, kreative Gesch\u00e4ftsleute sehen, die dazu beitragen der Stra\u00dfe ihr einzigartiges Flair zu geben. Den \u00f6ffentlichen nicht-kommerziellen Raum f\u00fcr den Aufenthalt der Anwohner, f\u00fcr den Sie zust\u00e4ndig sind, zerst\u00f6ren und verhindern SIE mit Ihrer Planung. Ohne Not verschlechtern Sie mit einem Streich die Verkehrssicherheit f\u00fcr Radfahrer, die Lebensqualit\u00e4t der Anwohner und die Attraktivit\u00e4t f\u00fcr Flaneure. Und mit den Geldern des St\u00e4dtebaulichen Denkmalschutzes\u201c zerst\u00f6ren Sie eine denkmalgesch\u00fctzte Stra\u00dfe.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir fordern weiterhin eine umfassende und ehrliche B\u00fcrgerbeteiligung, statt der Willk\u00fcr einer B\u00fcrgerideen-Lotterie. Desweiteren fordern wir einen Runden Tisch mit der Senatsverwaltung, Bezirksverwaltung und den B\u00fcrgerinitiativen. \u201eDer erste Schritt dazu ist eine skeptische, respektlose Einstellung der B\u00fcrger gegen\u00fcber dem wissenschaftlichen Experten. Die Erneuerung der Gesellschaft muss vom Zweifel ausgehen.\u201c (Ivan Illich: Fortschrittsmythen &#8211; S.31)<\/em><\/p>\n<p><em>CARambolagen<\/em><\/p>\n<p><a title=\"CARambolagen\" href=\"http:\/\/www.carambolagen.de\">www.carambolagen.de<\/a><a title=\"B\u00fcrgerinitiative Oderberger Strasse\" href=\"http:\/\/www.oderberger.org\"><br \/>\nwww.oderberger.org<br \/>\n<\/a><a title=\"BIN Berlin - B\u00fcrgerInitiativenNetzwerk Berlin\" href=\"http:\/\/www.bin-berlin.org\">www.bin-berlin.org<br \/>\n<\/a><a title=\"AnliegerInitiative Marthashof\" href=\"http:\/\/marthashof.org\">www.marthashof.org<br \/>\n<\/a><a href=\"http:\/\/marthashofblog.blogspot.com\">www.marthashof.<\/a><a title=\"marthashof.org\" href=\"http:\/\/marthashof.org\"><\/a><a title=\"marthashofblog\" href=\"http:\/\/marthashofblog.blogspot.com\">blogspot.com<br \/>\n<\/a><a title=\"marthashof.info\" href=\"http:\/\/marthashof.info\">www.marthashof.info<\/a><a title=\"marthashof.org\" href=\"http:\/\/marthashof.org\"><\/a><a title=\"marthashofblog\" href=\"http:\/\/marthashofblog.blogspot.com\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtrat Jens-Holger Kirchner beleidigt B\u00fcrgerinitiativen und erh\u00e4lt Quittung in gleicher H\u00f6he Was wir bislang vor Allem vom gr\u00fcnen B\u00fcrgermeister Dr. Franz Schulz in Kreuzberg und Friedrichshain gewohnt waren, hat offenbar Schule gemacht: Auch im Prenzlauer Berg werden Initiativen hart angegangen, wenn sie sich gegen die Politik der gr\u00fcnen Karrieristen an der Macht wehren. 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