{"id":2296,"date":"2011-02-28T00:16:50","date_gmt":"2011-02-27T22:16:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/?p=2296"},"modified":"2011-02-28T00:16:50","modified_gmt":"2011-02-27T22:16:50","slug":"migrationshintergrund-120-mehr-miete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=2296","title":{"rendered":"Migrationshintergrund? 120% mehr Miete!"},"content":{"rendered":"<p>Den Mieterinnen und Mietern in der Kreuzberger Kochstra\u00dfe 15-26 ging k\u00fcrzlich eine auf den 11. Februar 2011 datierte Mieterh\u00f6hung zu, mit der die Grundmiete zum 01. M\u00e4rz 2011 um mehr als 8 \u20ac\/qm (mehr als 120%) angehoben wird. Die Mietsteigerung wurde von einem Insolvenzverwalter ausgesprochen.<\/p>\n<p>Durch einen Bericht des <a href=\"http:\/\/www.sozialmieter.de\/2011\/02\/berliner-kurier-miese-masche-berlins-boseste-mieterabzocke\">Berliner Kuriers<\/a> wurde bekannt, dass von den drastischen Mietsteigerungen in der Kochstra\u00dfe in besonders starkem Ma\u00dfe Mieterinnen und Mieter mit Migrationshintergrund betroffen sind.  W\u00e4hrend sich Mieterinnen und Mieter mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln monatlichen Mietsteigerungen von bis zu 900 \u20ac ausgesetzt sehen, wird von ihren Nachbarn, die in gleich gro\u00dfen Wohnungen mit vergleichbarer Ausstattung leben, lediglich geringf\u00fcgig mehr Miete verlangt. Die besorgniserregenden Vorkommnisse in der Kochstra\u00dfe sind nicht die ersten dieser Art: Im Fr\u00fchjahr letzten Jahres wurden von allen arabischen und t\u00fcrkischen Mietparteien in der Sch\u00f6neberger Stra\u00dfe 5 und 5a in Kreuzberg (Fanny-Hensel-Kiez) zus\u00e4tzliche Mietzahlungen verlangt, w\u00e4hrend alle anderen Mieter hiervon verschont blieben.<\/p>\n<p>Einer ersten Einsch\u00e4tzung nach k\u00f6nnte hier gegen das Antidiskriminierungsgesetz (AGG) versto\u00dfen worden sein, so dass die Mieterh\u00f6hung in diesem Fall unwirksam w\u00e4re.<\/p>\n<p>Der besonders krasse Fall in der Kochstra\u00dfe verdeutlicht erneut, dass die Mieterinnen und Mieter in Berlin grunds\u00e4tzlich ihrer Rechte beraubt wurden. Jeder, der in einer Sozialwohnung lebt, f\u00fcr die die Anschlussf\u00f6rderung entfallen ist, kann \u00fcber Nacht zur Zielscheibe von fast grenzenloser Vermieterwillk\u00fcr werden. Jedem, dessen Nase dem Vermieter nicht passt, kann jederzeit die Wohnung weggenommen werden. Dies ist ausschlie\u00dflich in Berlin m\u00f6glich. Durch die Entscheidungen des Senats sind 28.000 Haushalte zum Abschuss freigegeben. Der Fanny-Hensel-Kiez ist eben keine Ausnahme.<\/p>\n<p>Der Senat muss endlich handeln und die Diskriminierungen stoppen, die er selbst erst erm\u00f6glicht hat. Das mietrechtliche Vakuum muss endlich geschlossen werden, so dass der unsoziale Wohnungsbau wieder zum Sozialen Wohnungsbau wird.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.sozialmieter.de\">berliner b\u00fcndnis sozialmieter.de<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Mieterinnen und Mietern in der Kreuzberger Kochstra\u00dfe 15-26 ging k\u00fcrzlich eine auf den 11. Februar 2011 datierte Mieterh\u00f6hung zu, mit der die Grundmiete zum 01. M\u00e4rz 2011 um mehr als 8 \u20ac\/qm (mehr als 120%) angehoben wird. Die Mietsteigerung wurde von einem Insolvenzverwalter ausgesprochen. 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