{"id":2506,"date":"2011-11-07T01:07:13","date_gmt":"2011-11-06T23:07:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/?p=2506"},"modified":"2013-01-03T03:17:47","modified_gmt":"2013-01-03T01:17:47","slug":"politische-zensur-beim-rbb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=2506","title":{"rendered":"Erneut politische Zensur beim RBB"},"content":{"rendered":"<p>Der RBB setzte gestern &#8211; nach 545 Sendungen &#8211; die w\u00f6chentliche \u201eprogressive Aktionsradioshow\u201c KenFM auf Radio Fritz ab. Mit <a title=\"Ken Jebsen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ken_Jebsen\">Ken Jebsen<\/a>, dem Produzent und Moderator der w\u00f6chentlichen Radiosendung KenFM, entledigt sich der ARD-Sender RBB der letzten politisch unbequemen Person des \u00f6ffentlichen Rundfunks in Berlin. Nach einem Vorwand zur Absetzung der \u00e4u\u00dferst erfolgreichen und kurzweiligen vierst\u00fcndigen Radiosendung hatte der Sender schon seit langer Zeit gesucht und fand nun offenbar endlich einen, der ekel<em>haft<\/em> genug ist, um ihrem Namensgeber Ken Jebsen den Saft abzudrehen. Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und der Versuch eines prominenten Journalisten, Jebsen einen antisemitischen Standpunkt nachzuweisen, reichten dazu aus, die letzten Stunden Wahrhaftigkeit sang- und klanglos aus dem \u00c4ther zu verbannen.<\/p>\n<p>Nicht in allen seiner bislang 545 Sendungen war es Ken Jebsen gelungen, ganz und gar bei der Wahrheit zu bleiben und seinem selbstgew\u00e4hlten humanistischen Anspruch gerecht zu werden; gleichwohl nahm er es mit dem vielzitierten Kritischen Journalismus weitaus ernster als s\u00e4mtliche seiner Kollegen und \u00fcberraschte seine H\u00f6rer in jeder Sendung mit gut vorbereiteten, frei und forsch vorgetragenen Analysen, die in ihrer journalistischen, philosophischen und politischen Qualit\u00e4t das aus dem Rundfunk gewohnte Ma\u00df bei Weitem \u00fcberstiegen. Nicht selten trat Ken Jebsen hierbei den M\u00e4chtigen aus allen Bereichen der Gesellschaft und gelegentlich auch seinen H\u00f6rern (un-) angenehm nah. Gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse zerpfl\u00fcckte er mit \u00fcberw\u00e4ltigendem Scharfsinn, sezierte mal grob, mal fein s\u00e4uberlich; Ungerechtigkeiten thematisierte er mit provokantem Elan und stritt dabei mit ebensolchem f\u00fcr die W\u00fcrde des Menschen. Vehement nahm er Position gegen jedwede Rassismen ein; auch auf seine Haltung gegen Militarismus beharrte er noch bei sch\u00e4rfstem Gegenwind.<\/p>\n<p>Die Absetzung der wohl sinnreichsten Radiostunden Berlins ist ein weiterer schockierender Skandal in der Geschichte der Unterdr\u00fcckung des Rechts auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung und sie zeigt auf, dass freigeistigem Denken offenkundig die Macht zugetraut wird, an den bestehenden Machtverh\u00e4ltnissen ernsthaft zu r\u00fctteln &#8211; und genau dies m\u00f6ge uns dazu anspornen, es zu tun. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Auf Wiederh\u00f6ren, Ken!<\/p>\n<p><em>Ostprinzessin<\/em><\/p>\n<p>Audiobotschaft von Ken Jebsen: <a title=\"KenFM \u00fcber &quot;Ich - ein Antisemit?&quot;\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?feature=player_embedded&amp;v=QZ1T9KmNt6M\">Ich &#8211; ein Antisemit?<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der RBB setzte gestern &#8211; nach 545 Sendungen &#8211; die w\u00f6chentliche \u201eprogressive Aktionsradioshow\u201c KenFM auf Radio Fritz ab. 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