{"id":2622,"date":"2012-03-14T19:04:11","date_gmt":"2012-03-14T17:04:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/?p=2622"},"modified":"2012-03-19T01:15:31","modified_gmt":"2012-03-18T23:15:31","slug":"piraten-deckeln-vorfalle-um-carsten-joost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=2622","title":{"rendered":"Piratenpartei deckelt Vorf\u00e4lle um Carsten Joost"},"content":{"rendered":"<p>Ahoi!<\/p>\n<p>Am vergangenen Donnerstag trennte sich die Initiative <em>Mediaspree versenken! AG Spreeufer<\/em> von ihrem Sprecher Carsten Joost, nachdem dieser \u00fcber Jahre hinweg gemeinsame Beschl\u00fcsse der Gruppe ignoriert, Mitstreiter angegangen und Gelder, welche er zum Teil als Spende f\u00fcr die Initiative einforderte, in die eigene Tasche gesteckt hatte. Die Piratenpartei, f\u00fcr die K\u00e4pt&#8217;n Joost mittlerweile als B\u00fcrgerdeputierter in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg arbeitet, m\u00f6chte die Vorf\u00e4lle als irrelevant deklarieren, da sich der \u201efachlich sehr qualifiziert f\u00fcr eine b\u00fcrgernahe Stadtentwicklung\u201c auftretende Expertendarsteller \u201evon Anfang an stark eingesetzt und wertvolle Arbeit f\u00fcr unser gemeinsames Anliegen geleistet&#8220; habe. \u201eUmfang und Wahrheitsgehalt der Vorw\u00fcrfe sind f\u00fcr uns bisher nicht nachpr\u00fcfbar.\u201c <a title=\"Piratenpartei Friedrichshain-Kreuzberg\" href=\"http:\/\/piratenpartei-friedrichshain-kreuzberg.de\/2012\/03\/08\/stellungnahme-zu-den-vorwuerfen-gegen-carsten-joost\">Man<\/a> bedauere, \u201edass hier einer der wichtigsten Akteure bei der Organisation von B\u00fcrgerbeteiligung in der Stadtentwicklung in unruhiges Fahrwasser geraten ist.\u201c Amen.<\/p>\n<p>Bei Gespr\u00e4chen in der Piratenfraktion und in den Gebietsversammlungen der Partei kam man dahingehend \u00fcberein, lieber unter Deck zu bleiben und die Sache unter den Tisch fallen zu lassen. Das viel beschworene Gebot der Transparenz erweist sich damit als rein technisches Instrument, welches offenbar jenseits von Moral und demokratischem Bewusstsein bespielt wird.<\/p>\n<p><em><strong>Prepare to be boarded<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ende des vergangenen Jahres erhielt ein langj\u00e4hriges Mitglied den Zugang zum Account der Initiative, der bis dato seiner ehrw\u00fcrdigen Hoheit Freiherr von und zu Mediaspree vorbehalten war. Nach Sichtung eines Teils des tausende Emails umfassenden Schriftverkehrs legte die zwischenzeitlich informierte Gruppe ihrem in Erkl\u00e4rungsseenot geratenen Tausendsassa einen stillen Abgang nah. Konsequenzen wollte dieser jedoch nicht ziehen. Da er die Initiative nach au\u00dfen hin vertrat und dies weiterhin zu tun beabsichtigte, blieb nur mehr der Gang an die \u00d6ffentlichkeit, um zumindest dieser Vertretungslegitimation ein Ende zu bereiten.<\/p>\n<p>Joost hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder \u00fcber gemeinsame Beschl\u00fcsse hinweggesetzt und von der Initiative abgelehnte, eigene Entw\u00fcrfe als Ergebnisse gemeinsamer Vorschl\u00e4ge oder als Resultat einer \u00f6ffentlichen Ideenwerkstatt pr\u00e4sentiert. Kontakte zu Investoren, Projektentwicklern, Politikern und Presse wurden ohne Wissen der Gruppenmitglieder und inhaltlich entgegen gemeinsamer Vereinbarungen auf- und ausgebaut. So entstand das immer dichter werdende Zerrbild der Initiative nicht nur auf ihrer <a title=\"Mediaspree versenken!\" href=\"http:\/\/www.ms-versenken.org\">Internetseite<\/a>, wo Beitr\u00e4ge von Mitstreitern in zensierter Form erschienen. Die Unterdr\u00fcckung der Selbstbestimmung &#8211; bei gleichzeitiger Einschr\u00e4nkung der Teilhabe &#8211; f\u00fchrte die gemeinsame Arbeit in ein Feld weit jenseits demokratischer Grundstrukturen.<\/p>\n<p>Bereits 2009 hatte sich die Gruppe von ihrem stadtbekannten Charmeur und Navigator zu trennen versucht, nachdem dieser keinerlei Einsicht zeigen wollte. Im Beschluss, der von acht damals \u00f6ffentlich bekannten Mitgliedern der Initiative unterzeichnet wurde &#8211; ich selbst geh\u00f6re \u00fcbrigens nicht zu jenen &#8211; hie\u00df es: \u201eWir sind auf Grund der letzten Wochen und Monate zu dem Schluss gekommen, dass wir mit Dir nicht weiter zusammenarbeiten k\u00f6nnen. Da Du Dich inhaltlichen Konsequenzen nicht stellst und leider auch sonst die \u00fcblichen Formen von Zusammenarbeit ignorierst (Absprachen, gegenseitiger Respekt, etc.)&#8220;. Sie fordern Zugang zur Website, zu Email- und Presseverteiler und eine vollst\u00e4ndige Abrechnung der Finanzen, \u201edamit hier keine weiteren Missverst\u00e4ndnisse aufkommen. Weiterhin sehen wir es als Selbstverst\u00e4ndlichkeit an, dass Du nicht weiter im Namen der AG Spreeufer aktiv wirst oder sprichst. (\u2026) Dementsprechend erscheint es mehr als sinnvoll, wenn Du ebenfalls Deinen Posten als B\u00fcrgerdeputierter abgibst und Dich aus dem Sonderausschuss zur\u00fcckziehst. Wir bedauern, dass es soweit gekommen ist (\u2026).\u201c<\/p>\n<p>Eine Weile sp\u00e4ter gab die Mehrzahl der Mitglieder ersch\u00f6pft auf und blieb lieber zuhause, w\u00e4hrend der zum Abtritt aufgeforderte einfach so weiter tat und tutete, als sei nichts gewesen. Dass vorige Woche nun auch die wackersten langj\u00e4hrigen Mitstreiter der Gruppe keinen anderen Weg mehr sahen, als die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die tats\u00e4chlichen Vorg\u00e4nge und Hintergr\u00fcnde zu informieren, ist gewiss als einmalig in der Geschichte der Initiativenlandschaft der vergangenen Jahre anzusehen. Wir sollten sie zu ihrem Befreiungsschlag begl\u00fcckwunschen und die gemeinsam erfolgreiche Arbeit in und an der Initiative <em>Mediaspree versenken!<\/em> und um sie herum fortsetzen.<\/p>\n<p>Denn trotz eines eindeutig ablehnenden Votums per <em>B\u00fcrgerentscheid<\/em> werden die Grundst\u00fccke an der Spree nach und nach verschachert, indes ehemalige oder vorgebliche Basisaktivisten und deren Freunde die Mediaspree-Areale mit eitlen Entw\u00fcrfen \u00fcberplanen, welche Aufwertung, Verdr\u00e4ngung und Mietenexplosion weiter vorantreiben werden. W\u00e4hrend sich in Kreuzberg derzeit <a title=\"BMW Guggenheim Lab verhindern!\" href=\"http:\/\/bmwlabverhindern.blogsport.de\/ \">Widerstand gegen das geplante \u201eBMW Guggenheim Lab\u201c<\/a> aufbaut, erscheint unter dem irref\u00fchrenden Label <em>Mediaspree versenken!<\/em> eine <a title=\"Ideenaufruf Kreuzberger Ufer\" href=\"http:\/\/issuu.com\/ms-versenken\/docs\/austellungskatalog_webreader\">Brosch\u00fcre<\/a> zu einem sog. Ideennaufruf, die der geblendeten \u00d6ffentlichkeit als \u201eModellprojekt direkter B\u00fcrgerbeteiligung\u201c verkauft wird, in der tats\u00e4chlich aber eine denkw\u00fcrdige Versammlung sozial blinder Planungsb\u00fcros und altbekannter Prokjektentwickler wie <a title=\"Zwist um Sonderausschuss\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2008\/08\/12\/zwist-um-sonderausschuss\/\">Volker H\u00e4rtig<\/a> u. a. die Fachjury spielten, w\u00e4hrend Bezirksb\u00fcrgermeister und Gr\u00fcnen-\u00dcbelvater Franz Schulz vergn\u00fcglich das Vorwort schrieb, wohl wissend, dass er kurz vor dem gegen ihn und eine Allparteienkoalition durchgesetzten <em>B\u00fcrgerentscheid<\/em> der Initiative <em>Mediaspree versenken!<\/em> empfohlen hatte, nicht Mediaspree, sondern die Initiative zu versenken. Seine Majest\u00e4t wolle mit solcherlei Begehr nicht behelligt werden. Selbst Antje von \u201eAntje und Daniel\u201c, wie Joost die beiden gr\u00fcnen Nachwuchsspitzenpolitiker z\u00e4rtlich nannte, bekannte: \u201eWir sind gleichgeschaltet genug, um das erstmal mit Franz zu besprechen.\u201c (Antje Kapek).<\/p>\n<p>Gewiss, es mag sein, dass die angesprochenen Sachverhalte um die Causa Joost im dreckigen politischen und im noch dreckigeren Business der Stadtentwicklung &#8211; ebenso wie im ach so bl\u00fctenwei\u00dfen Business der B\u00fcrgerbeteiligung &#8211; keine sichtbaren Konsequenzen nach sich ziehen werden, weil auf einem dreckigen Kahn ein paar schmutzige Passagiere und Besatzungsmitglieder mehr oder weniger nicht weiter auffallen. Niemand jedoch soll scheinheilig behaupten k\u00f6nnen, er habe von all dem nichts gewusst. Denn es gibt einen qualitativen, einen moralischen Unterschied zwischen \u201enicht wissen\u201c und \u201enicht wissen wollen\u201c. In diesem Sinne w\u00fcnsche ich den Piratinnen und Piratten auf der sinkenden Demokratie-Titanic eine fruchtbare Liaison und eine berauschende Zusammenarbeit mit ihrem Wahrheit vertilgenden Salamitaktiker und zuverl\u00e4ssigen Schlagzeilenstar.<\/p>\n<p><em>Ostprinzessin<\/em><\/p>\n<p>PS: Es folgt ein Gefahrenhinweis. Widersprechen Sie einem enttarnten Cham\u00e4leon nur dann, wenn Sie zuf\u00e4llig gerade einen stabilen Schildpanzer tragen und\/oder seelisch ausreichend abgestumpft sind. Denn es k\u00f6nnte sein, dass es \u201ebedauerlicherweise aufgestanden war und eine (&#8230;) bedrohliche Haltung eingenommen hatte\u201c, wie es in seinem <a title=\"Blog von Carsten Joost\" href=\"http:\/\/spreeuferinfo.blogsport.de\/\">Desinformationsblog<\/a> bekennt, und ob des tiefen Bedauerns ganz vergessen w\u00fcrde, zu erw\u00e4hnen, dass es dabei eine Bierflasche in der Hand hielt, seinem Aufgestandensein auch Schritte und Drohgeb\u00e4rden folgten, und weiteren Folgen nur mit dem panischen Sprung \u00fcber ein Sitzm\u00f6bel und unter der bes\u00e4nftigenden Wirkung dem\u00fctigender verbaler Unterwerfung zumindest soweit zu entkommen war, dass unmittelbarer k\u00f6rperlicher Schaden abgewendet werden konnte; vor mittelbarem wie tagelangem Erbrechen oder jahrelanger Belastungsst\u00f6rung werden Sie eventuell aber nicht gefeit sein. Doch denken Sie trotzdem nichts B\u00f6ses von ihm, wenn sich Ihnen das Cham\u00e4leon anschlie\u00dfend reuig zu F\u00fc\u00dfen wirft und spricht: \u201eSorry, aber es musste mal ein Zeichen gesetzt werden.\u201c In diesem Sinne.<\/p>\n<p><em>Die Autorin besch\u00e4ftigt sich als Publizist und Aktivistin seit 2004 mit der Instrumentalisierung von Kultur, Macht (-missbrauch) und Manipulation, ist seit 2006 Teil der Initiative Mediaspree versenken!, sp\u00e4ter auch der AG Spreeufer und der AG Spreepirat_innen, 2008\/9 B\u00fcrgerdeputierter im Sonderausschuss Spreeraum, BVV Friedrichshain-Kreuzberg. Seit 2006 Mitglied in der Initiative Zukunft Bethanien, Teilnahme am Runden Tisch. Mitbegr\u00fcndung der Netzwerk-Plattformen abrissberlin und unverk\u00e4uflich, Organisation verschiedener B\u00fcrger- und Volksbegehren, u. a. Unser Wasser (98% Zustimmung) und Spreeufer f\u00fcr Alle (87%). <a title=\"Ostprinzessin\" href=\"http:\/\/www.ostprinzessin.de\">www.ostprinzessin.de<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ahoi! Am vergangenen Donnerstag trennte sich die Initiative Mediaspree versenken! AG Spreeufer von ihrem Sprecher Carsten Joost, nachdem dieser \u00fcber Jahre hinweg gemeinsame Beschl\u00fcsse der Gruppe ignoriert, Mitstreiter angegangen und Gelder, welche er zum Teil als Spende f\u00fcr die Initiative einforderte, in die eigene Tasche gesteckt hatte. 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