{"id":2689,"date":"2012-06-22T15:13:17","date_gmt":"2012-06-22T13:13:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/?p=2689"},"modified":"2012-06-22T15:15:14","modified_gmt":"2012-06-22T13:15:14","slug":"csd-2012-dazwischen-und-mittendrin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=2689","title":{"rendered":"CSD 2012: Jeder Kampf braucht Verb\u00fcndete"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Transgenialer CSD\" href=\"http:\/\/transgenialercsd.wordpress.com\">Transgenialer CSD<\/a> 2012<\/p>\n<p><strong>13 Uhr, Elsenstr.\/Am Treptower Park, vorm Park Center Treptow<\/strong><\/p>\n<p>Der Aufstand in der Christopher Street 1969 steht symbolisch f\u00fcr emanzipatorische LGBTQI K\u00e4mpfe weltweit. Widerstand ist unumg\u00e4nglich, solang Sexismus, Rassismus, Patriarchat, Kapitalismus, Klassismus, Antisemitismus, Trans- und Homophobie zum Alltag geh\u00f6ren. Diese Unterdr\u00fcckungsmechanismen h\u00e4ngen miteinander zusammen. Sie werden von allen ausge\u00fcbt und betreffen uns \u00fcber kulturelle, religi\u00f6se und soziale Grenzen hinweg, in unterschiedlichem Ausma\u00df. Diskriminierungen verschiedenster Art gehen uns alle an und m\u00fcssen gemeinsam bek\u00e4mpft werden. Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.<\/p>\n<p>Der im Nationalsozialismus versch\u00e4rfte \u00a7 175 stellte explizit m\u00e4nnliche Homosexualit\u00e4t unter Strafe. Auch jede weitere Form \u201eabweichender\u201c Sexualit\u00e4t wurde im Faschismus mit Repression verfolgt. Seither wurde viel erk\u00e4mpft, doch gibt es weiterhin Kontinuit\u00e4ten wie z. B. die medizinische Klassifizierung. Durch diese werden alle, die vom heterosexuellen Zweigschlechtersystem abweichen, zwangsweise eingeteilt und dabei oftmals pathologisiert. Transsexuellengesetze, die Transsexualit\u00e4t als Krankheit beschreiben, m\u00fcssen dringend ge\u00e4ndert werden. F\u00fcr transidente Menschen kann das zweigeschlechtliche Weltbild der Mehrheitsgesellschaft t\u00f6dlich wirken, beispielsweise in der Psychiatrie, im Knast, nach der Abschiebung oder auch einfach nur auf der Stra\u00dfe. Doch als Queers sind wir\u00a0\u2013 egal wo auf dieser Welt \u2013 dazwischen und mittendrin, uneindeutig und vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p>Der diesj\u00e4hrige tCSD steht im Zeichen queerfeministischer Solidarit\u00e4t entgegen der faschistischen Kontinuit\u00e4ten und Entwicklungen. Solange das Patriarchat \u2013 als institutionalisierter Sexismus \u2013 Realit\u00e4t ist, hat sich Feminismus mit dem Begriff <em>queer<\/em> nicht erledigt. Wir wollen eine Welt ohne Einordnung in (Geschlechts-) Kategorien und ohne allt\u00e4glichen, gewaltsamen, frauenfeindlichen Sexismus. Queer-Feminismus hei\u00dft, sich gemeinsam gegen Trans*- und Homophobie zu stellen und jedweden Hass gegen Frauen, sexuelle Gewalt sowie unterschiedliche Lohnzahlungen zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Rassismus \u00e4u\u00dfert sich auf vielen Ebenen, z. B. in der deutschen Abschiebepraktik, in der unaufgearbeiteten Kolonialgeschichte und in der menschenunw\u00fcrdigen Unterbringung von Menschen in Lagern und Kn\u00e4sten. Auf dem neuen Flughafen BBI wird ein Abschiebeknast direkt mitgebaut. Abschiebehaft ist die konsequente Fortf\u00fchrung gesellschaftlichen Ausschlusses von Migranten und Fl\u00fcchtlingen. Auch in der Sprache und in Zuschreibungen aufgrund von Herkunft und Hautfarbe kann sich Rassismus \u00e4u\u00dfern, ob nun im Rahmen institutioneller Einrichtungen oder durch Einzelpersonen. Zug\u00e4nge zu kulturellen, sozialen und \u00f6konomischen Ressourcen der Gesellschaft werden aufgrund von Diskriminierungen verwehrt. Lasst uns institutionellen Rassismus aufdecken, den eigenen erkennen und gegenseitige Unterst\u00fctzung geben!<\/p>\n<p>Lasst uns solidarisch sein mit all den verschiedenen K\u00e4mpfen\u00a0\u2014 jeder Kampf braucht Verb\u00fcndete! Individuelle Selbstbestimmung ist kein Gegensatz zu gemeinschaftlicher Verantwortung und Aktivismus. Das kapitalistische System ist aufgebaut auf sozialer Ungleichheit. Die K\u00e4mpfe von Queers m\u00fcssen auf mehr zielen als das Erringen derselben Rechte der dominierenden, heterosexuellen, wei\u00dfen Mittelklasse! Lasst uns zusammenhalten, mit unseren unterschiedlichen Backgrounds und Lebensrealit\u00e4ten, lasst uns Strategien entwickeln, wie wir uns solidarisch im Alltag, auf der Arbeit, bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen usw. usf. gegenseitig unterst\u00fctzen!<\/p>\n<p>F\u00fcr die Abschaffung der Zweigeschlechterordnung!<br \/>\n\u2014 gegen Heteronormativit\u00e4t.<\/p>\n<p>Sofortige und ersatzlose Streichung der Kategorie \u201eGeschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rungen\u201c aus den g\u00e4ngigen\u2028 Krankheitskatalogen DSM und ICD!<br \/>\n\u2014 gegen jede Trans*pathologisierung.<\/p>\n<p>Anerkennung von Homosexualit\u00e4t und Transsexualit\u00e4t\u2028 als Asylgrund!<br \/>\n\u2014 Bleiberecht f\u00fcr alle. Abschaffung der Residenzpflicht und erzwungener Heimunterbringung.<\/p>\n<p>Gleicher Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit!<br \/>\n\u2014 Patriarchat und Klassismus bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><em>Transgenialer CSD 2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transgenialer CSD 2012 13 Uhr, Elsenstr.\/Am Treptower Park, vorm Park Center Treptow Der Aufstand in der Christopher Street 1969 steht symbolisch f\u00fcr emanzipatorische LGBTQI K\u00e4mpfe weltweit. Widerstand ist unumg\u00e4nglich, solang Sexismus, Rassismus, Patriarchat, Kapitalismus, Klassismus, Antisemitismus, Trans- und Homophobie zum Alltag geh\u00f6ren. Diese Unterdr\u00fcckungsmechanismen h\u00e4ngen miteinander zusammen. 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