{"id":300,"date":"2007-08-01T01:06:40","date_gmt":"2007-07-31T23:06:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abrissberlin.de\/blog\/2007\/08\/01\/kapitalismus-du-bist-zucker\/"},"modified":"2013-07-08T19:11:22","modified_gmt":"2013-07-08T17:11:22","slug":"kapitalismus-du-bist-zucker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=300","title":{"rendered":"Kapitalismus, du bist Zucker"},"content":{"rendered":"<p>Erl\u00e4uterung:<\/p>\n<p>Kapitalismus erscheint in seinen unmittelbaren und direkten Symptomen zuckers\u00fc\u00df. Der Warenberg und der Konsum machen den Menschen tr\u00e4ge und stumpf. Der Konsum h\u00e4lt vom Erkennen der wirklich kaltbl\u00fctigen Maschinerie \u2013 der unmenschlich prozesshaften Eigendynamik des Kapitalismus &#8211; ab. Kapitalismus &#8211; genauer sein Katalysator, n\u00e4mlich der Konsum \u2013 l\u00e4sst den Menschen in sinnentleerten Kreisen verweilen, ohne dass dieser systemextern oder zumindest kritisch \u00fcber diesen Missstand reflektieren k\u00f6nnte. Kapitalismus, du bist omnipotent.<\/p>\n<p>Konsum in seiner Vielfalt f\u00fchrt nicht nur dazu, dass die Warenh\u00e4user aus allen N\u00e4hten platzen, nein, er f\u00fchrt zur unweigerlichen Vereinheitlichung unserer Wesenhaftigkeit. Es ist richtig, dass wir uns durch die Art des Konsumierens voneinander unterscheiden, kurz: In der Gestalt dessen was und wie wir etwas tun. Und sonst? Unterscheiden wir uns sonst (noch) in irgendeiner Weise voneinander? Neu und sch\u00f6n erscheint uns diese vordergr\u00fcndige Heterogenit\u00e4t von (westlicher) Welt. Frei und ungebunden ziehen wir durch Europa, elektronische \u00dcberwachung st\u00f6rt uns dabei nicht, denn was man nicht sehen kann, scheint es auch nicht zu geben bzw. betreffe einen schon nicht selbst. Von gemeinsamem Handeln &#8211; gegen diese latente Art der Kontrollen &#8211; ganz zu schweigen. Richtig, man schweigt einfach.<\/p>\n<p>Schon so manche Geschichtsphase unserer Vergangenheit wurde derart geschw\u00e4rzt, dass ein dunkles Bild entstand, so dunkel fast, dass man es nicht mehr sehen konnte. Es mag nicht evident erscheinen, dass wir uns heute in einer dunklen Harmonie bewegen \u2013 einer Ideologie, die uns in Kritik und Vielfalt beschneidet.<\/p>\n<p>Der neoliberale Fahrtwind in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bringt den Menschen auf perfide Weise zu sich selbst. Parolen werden hochgehalten, die uns einverleiben, dass jeder f\u00fcr sich selbst die Basis zu sein hat, Verantwortungsbewusstsein, Interesse und Initiative aus sich selbst zu rekrutieren hat. Was jedoch vergessen wird, ist dass die im letzten Jahrhundert und vor Allem in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts entstandene Massenindividualisierung einen anderen Menschen hervorgebracht hat, der nur in und durch soziale Sicherung entstehen konnte und daher dieser &#8211; durchaus in modifizierter Form &#8211; weiterhin bedarf. Aber ich denke, wir k\u00f6nnen getrost sagen, dass die graue und langweilige M\u00e4nnlichkeit, auf deren Konto die neoliberalen Ausw\u00fcchse gehen, diese Tatsache zur Kenntnis genommen hat. Jedoch fungiert das Soziale im einfachen Kosten-Nutzen-Kalk\u00fcl eher als eine Restgr\u00f6\u00dfe in peripherer Lage.<\/p>\n<p>Im Zeitalter der individuellen Profilierungsschau ist sich Jeder selbst der N\u00e4chste. Jeder k\u00e4mpft f\u00fcr sich &#8211; na dann viel Spa\u00df. Vielleicht sieht man sich ja im Supermarkt um die Ecke.<\/p>\n<p><em>Die andere Person<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erl\u00e4uterung: Kapitalismus erscheint in seinen unmittelbaren und direkten Symptomen zuckers\u00fc\u00df. Der Warenberg und der Konsum machen den Menschen tr\u00e4ge und stumpf. Der Konsum h\u00e4lt vom Erkennen der wirklich kaltbl\u00fctigen Maschinerie \u2013 der unmenschlich prozesshaften Eigendynamik des Kapitalismus &#8211; ab. 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