{"id":454,"date":"2007-10-06T01:09:12","date_gmt":"2007-10-05T23:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2007\/10\/06\/indymedia-und-abrissberlin-starten-special\/"},"modified":"2010-01-31T19:20:25","modified_gmt":"2010-01-31T17:20:25","slug":"indymedia-und-abrissberlin-starten-special","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=454","title":{"rendered":"Indymedia und AbrissBerlin starten Special"},"content":{"rendered":"<p><em>In Zusammenarbeit mit Indymedia erscheint in einigen Tagen ein 8-seitiger Print zu \u201eMediaspree\u201c und den Hintergr\u00fcnden. Er ist als klassische Information f\u00fcr Anwohner gedacht und wird in den Kiezen verteilt. Die Themen aber gehen weit dar\u00fcber hinaus und bieten einen \u00dcberblick \u00fcber die Folgen und Mechanismen von Gentrification &#8211; kiezweit bis weltweit betrachtet &#8211; und \u00fcber den Widerstand der Betroffenen. Alle Artikel erscheinen auch hier. Den Anfang macht dieser.<\/em><\/p>\n<p><strong>Spreeufer neudenken &#8211; Mediaspree versenken<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMediaspree\u201c ist ein Beispiel daf\u00fcr, dass Stadtplanung und \u00f6ffentlicher Raum von Bauwirtschaft, \u201eInvestoren\u201c, Aktienfonds und Gro\u00dfkonzernen vereinnahmt werden. Stadtentwicklung ist aber viel mehr als eine lukrative Investition mit hohem Gewinnpotential f\u00fcr Wenige. Stadtraum ersch\u00f6pft sich nicht in B\u00fcroblocks, Gewerbefl\u00e4chen, Lofts und Spa\u00dfarenen, die den Leerstand weiter vergr\u00f6\u00dfern. Gerade die besondere Geschichte Berlins, die sich daraus ergebenden Zwischennutzungen, die Freifl\u00e4chen, die noch vorhandenen industriehistorischen, unter Denkmalschutz stehenden Geb\u00e4ude und auch Berlins bestehende und wachsende Alternativkultur, im kulturellen, im politischen, im unternehmerischen Bereich, verlangen eine andere, eine offene, zug\u00e4ngliche Planung. Das Bestehende muss einbezogen und Freir\u00e4ume m\u00fcssen weiterentwickelt werden. Es ist falsch, die gewachsenen Strukturen \u00fcber Bord und die Grundst\u00fccke den Finanzinvestoren in den Rachen zu werfen. Dies entspricht in keiner Weise der Lebenswirklichkeit dieser Stadt, weder jetzt noch in Zukunft.<\/p>\n<p>\u201eMediaspree\u201c wurde vom Senat als Stadtumbaugebiet beschlossen und ist nun Leitprojekt des Stadtentwicklungskonzeptes bis 2020. Im Bewusstsein der Anwohner ist es wenig pr\u00e4sent, obwohl im betroffenen Kreuzberg und Friedrichshain schon die ersten Mieterh\u00f6hungen sp\u00fcrbar werden, Wohnh\u00e4user verkauft und von \u201eInvestoren\u201c erworben werden.<\/p>\n<p>Mit dem \u201eB\u00fcrgerbegehren Spreeufer f\u00fcr Alle\u201c und anderen Aktionen wollen wir deutlich machen, was \u201eMediaspree\u201c bedeutet. Die Konzerne, die sich f\u00fcr \u201eMediaspree\u201c engagieren, haben nur Interesse an maximalem Profit. Egal, ob kommerzielle Kultur (O2 World), B\u00fcrofl\u00e4chen oder Eigentumswohnungen errichtet werden, Zweck der Bebauung ist die privatwirtschaftliche Gewinnerwartung. Der Verkauf der st\u00e4dtischen Grundst\u00fccke bedeutet die Privatisierung \u00f6ffentlichen Raumes. Hier darf sich nur noch der \u201eKonsument\u201c bewegen. Ein aktuelles Beispiel zeigt: Die Immobilienentwicklungsgesellschaft Fortress begann im August mit dem Bau eines neuen Multi-Service-Centers an der Jannowitzbr\u00fccke. Einziehen sollen ein Lidl-Verbrauchermarkt, ein Burger King-Schnellrestaurant, eine Tankstelle. Solche Center b\u00fcndeln auf innenstadtnahen, verkehrsg\u00fcnstig gelegenen Grundst\u00fccken Mieter rund um das Auto, wie Tankstellen, Waschstra\u00dfen, Autohandel und weitere autofreundliche Services: Schnellrestaurant, B\u00e4ckerei, Lebensmittelhandel, Sonnenstudio, Mode-Discounter. Ist das die Vision des zuk\u00fcnftigen urbanen Lebens? Discounter, Callcenter, Fastfoodketten? Noch mehr Autoverkehr? Zufahrtsstra\u00dfen und auch die geplante Stra\u00dfenbr\u00fccke w\u00fcrden die Kieze durchschneisen und die Innenstadt noch mehr zur Autostadt machen. Noch mehr Profite an Konzerne, die sich der Besteuerung l\u00e4ngst entzogen haben? Wohin teure Mieten und Vernichtung des \u00f6ffentlichen und sozialen Wohnungsbaus f\u00fchren, braucht man sich blo\u00df in anderen St\u00e4dten einmal anzusehen. Ein privatisierter und \u00fcberwachter Stadtraum? Und dies alles entwickelt mit \u00f6ffentlichen F\u00f6rderungen?<\/p>\n<p>Wir glauben nicht, dass es gut ist, die Gebiete l\u00e4ngs der Spree in einen weiteren, gro\u00dffl\u00e4chigeren Potsdamer Platz umzubauen. Dies w\u00e4re ein st\u00e4dtebauliches, umwelt- und sozialpolitisches und auch finanzielles Desaster. Wir wollen eine Diskussion \u00fcber alternative Entwicklungen anregen. Wir wollen den Prozess demokratisieren, weil die \u00d6ffentlichkeit bisher mit vollendeten Tatsachen und \u201eSachzw\u00e4ngen\u201c \u00fcberrumpelt und der Bezirk von den \u201eInvestoren\u201c erpresst wurde. Der Bezirk profitiert nicht von leer stehenden B\u00fcrokl\u00f6tzen &#8211; das Land mit seinen kurzsichtigen Grundst\u00fccksverk\u00e4ufen nur einmal. Berlin hat wesentlich mehr von Spreeuferbereichen mit \u00f6ffentlichen Nutzungen. Die Menschen, die in Kreuzberg und Friedrichshain wohnen, haben &#8211; etwa als <em>Arbeiternehmer<\/em> und <em>Mieter<\/em> &#8211; ein eigenes Interesse, das sich nicht mit dem Interesse der \u201eInvestoren\u201c deckt: \u201eGute\u201c Arbeit zu gutem Lohn, g\u00fcnstige Mieten und kulturelle Angebote, \u00f6ffentlich nutzbare Freifl\u00e4chen. Allerdings wird eine alternative Stadtplanung nicht aus den etablierten Strukturen kommen, sondern muss von unten durchsetzt werden.<\/p>\n<p><em>Carsten Joost, Malah Helman &#8211; <a title=\"Initiativkreis Mediaspree Versenken\" href=\"http:\/\/www.ms-versenken.org\">Initiativkreis Mediaspree Versenken<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Zusammenarbeit mit Indymedia erscheint in einigen Tagen ein 8-seitiger Print zu \u201eMediaspree\u201c und den Hintergr\u00fcnden. Er ist als klassische Information f\u00fcr Anwohner gedacht und wird in den Kiezen verteilt. Die Themen aber gehen weit dar\u00fcber hinaus und bieten einen \u00dcberblick \u00fcber die Folgen und Mechanismen von Gentrification &#8211; kiezweit bis weltweit betrachtet &#8211; und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28,13],"tags":[],"class_list":["post-454","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mediaspree","category-stadt-als-beute"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=454"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1634,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions\/1634"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}