{"id":471,"date":"2007-10-18T22:19:33","date_gmt":"2007-10-18T20:19:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2007\/10\/18\/diese-ubertreiber-spreeufer-fur-alle\/"},"modified":"2009-03-06T04:15:59","modified_gmt":"2009-03-06T02:15:59","slug":"diese-ubertreiber-spreeufer-fur-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=471","title":{"rendered":"&#8222;Diese \u00dcbertreiber!&#8220; &#8211; Spreeufer f\u00fcr Alle"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kampagne gegen Privatisierungen &#8211; Unerwartet hoher Zuspruch<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDie Aktionen gegen &#8222;Mediaspree&#8220; nehmen drastisch zu und das vor zwei Wochen begonnene &#8222;B\u00fcrgerbegehren Spreeufer f\u00fcr Alle&#8220; \u00fcbertrifft bereits jetzt s\u00e4mtliche Erwartungen. Etwa 2 000 Menschen haben schon unterzeichnet. An den St\u00e4nden herrscht reger Betrieb und ausnehmend gute Stimmung. Sehr viele Unterzeichnende \u00e4u\u00dfern Gl\u00fcckw\u00fcnsche, einige wollen selbst sammeln gehen. Viele haben aus den Zeitungen oder aus dem Fernsehen vom Widerstand gegen die &#8222;Mediaspree&#8220;-Planungen erfahren und k\u00f6nnen kaum erwarten, selbst auch zu unterschreiben.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt auf, dass Menschen aus dem gesamten Spektrum der Bev\u00f6lkerung unterzeichnen. Am Boxhagener Platz habe ich am vergangenen Sonntag den sch\u00f6nsten &#8222;Aktivismustag&#8220; seit langer Zeit erlebt, weil die Leute Schlange standen und alle Begleitumst\u00e4nde wundersch\u00f6n waren. 477 Unterschriften haben wir dort in wenigen Stunden sammeln k\u00f6nnen: 77-j\u00e4hrige Spie\u00dfb\u00fcrger neben Punks aller Sorten neben M\u00fcttern und V\u00e4tern mit Kindern neben Anzugtypen neben Lesbenp\u00e4rchen neben Galerieschwuppen neben Akademikerinnen neben Arbeitern neben Leuten, die grad den ersten Tag \u00fcberhaupt in Berlin sind. Vor uns der Flohmarkt mit Puppenspieler und Musike, Sonne im R\u00fccken und fallendes Laub, auf der Wiese eine Tunten- und Transen-Performance. Am Stand gab es fast keine Diskussionsnotwendigkeit oder negative Anmerkungen, daf\u00fcr aber viele gute W\u00fcnsche und einige Denkanregungen. Die Leute sind sauer auf die ignorante Stadtplanung des Senats und sie k\u00f6nnen nicht verstehen, dass der Bezirk nicht mit aller Macht eingreift. Nun wird also an den Sammelst\u00e4nden abgestimmt. Eine 21-J\u00e4hrige bringt ihren spontanen Eindruck vom &#8222;Mediaspree&#8220;-Planwerk erschrocken zum Ausdruck: &#8222;Diese \u00dcbertreiber!&#8220;<\/p>\n<p>Heute Mittag haben sich einige Aktivist_innen von <a title=\"Initiativkreis Mediaspree Versenken\" href=\"http:\/\/www.ms-versenken.org\">Mediaspree Versenken<\/a> an der O2-Werbetafel verabredet &#8211; zur Ablenkung, denn die Aktion fand ein paar Hundert Meter \u00f6stlich davon statt: Am Osthafen. Dort war kurz zuvor ein BEHALA-Schild bemalt worden. An der Werbetafel allerdings trafen sie nicht nur auf die geladene Presse, sondern auch auf Polizei und 5 Security-Gorillas der Anschutz Entertainment Group. Auch eine Vertreterin der O2 World war vor Ort und erkl\u00e4rte ihnen und den staunenden Passanten, warum kurz zuvor das Loch in der Mauer der East Side Gallery, das eigens f\u00fcr den &#8222;freien&#8220; Blick auf die O2-Halle geschaffen wurde, mit einem Bauzaun versperrt wurde, so dass kein Zugang zum Ufer m\u00f6glich war. <strong>Achtung Baustelle! Betreten verboten! Privatgrundst\u00fcck<\/strong> &#8211; eine interessante Behauptung. Angeblich waren zuvor Gotcha-Kugeln gegen die animierte Werbetafel geworfen worden und japanische Spezialisten m\u00fcssten sich den Schaden n\u00e4her ansehen.<\/p>\n<p>Mit den bereitgestellten Gorillas und der Dame von O2 konnte man indes wunderbar philosophieren, wobei ihre Philosophien im Grunde darin bestanden, ihren Arbeitgeber in Schutz zu nehmen und von den entstehenden Uferbereichen zu k\u00fcnden. Investigative Nachfragen &#8211; bez\u00fcglich der diversen L\u00fccken im &#8222;Park&#8220;, der (nicht nur) geistigen Umweltverschmutzung der O2-Tafel und der auf ihr montierten Kameras, sowie bez\u00fcglich der entstehenden, \u00fcberwiegend prek\u00e4ren Arbeitspl\u00e4tze (die allerdings ohnehin an anderer Stelle auf Grund der Konkurrenzsituation wegfallen) konnten oder wollten sie nicht beantworten.<\/p>\n<p>Am bemalten Osthafen-Verkaufsschild, neben Universal-Zentrale und Labels, kam es unterdes zu einem weiteren Fotoshooting f\u00fcr die Presse. Der zust\u00e4ndige rbb-Reporter, der hier mit seinem Team f\u00fcr die Abendschau unterwegs war, machte zu guter Letzt noch ein paar Fotos und verabschiedete sich: &#8222;Vielen Dank! Viel Erfolg! Und Tsch\u00fcss!&#8220; Der zust\u00e4ndige Polizeibeamte (Polizei des Bezirksabschnitts) klopfte einem Aktivisten zum Abschied liebevoll auf die Schulter und bilanzierte seinerseits, dass die erw\u00fcnschten Bilder nun ja entstanden seien. Das erfreute auch ihn sichtlich. Das bemalte Schild \u00fcbrigens erregte keinerlei Ansto\u00df.<\/p>\n<p>Die Aktivist_innen von <a title=\"Initiativkreis Mediaspree Versenken\" href=\"http:\/\/www.ms-versenken.org\">Mediaspree Versenken<\/a> fordern den sofortigen Stopp aller Verk\u00e4ufe von Landeseigentum. 50 % des Osthafens wurden bereits verscherbelt. Es wird bis 10 Meter ans Ufer heran gebaut: B\u00fcrobl\u00f6cke. Zudem sind Hochh\u00e4user vorgesehen. MTV nutzt &#8222;seinen&#8220; Uferbereich am Osthafen \u00fcbrigens besonders kreativ: Als Parkplatz.<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Gruppenbild mit Ostprinzessin\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Gruppenbild%20mit%20Ostprinzessin.jpg\"> <\/a><a class=\"imagelink\" title=\"Andrang: Begehren unterschreiben\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Andrang%20-%20Begehren%20unterschreiben.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image473\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Andrang%20-%20Begehren%20unterschreiben.thumbnail.jpg\" alt=\"Andrang: Begehren unterschreiben\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" \/><\/a> <a class=\"imagelink\" title=\"Boxhagener Platz: Unterschreiben gegen Mediaspree\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Boxhagener%20Platz%20-%20Unterschreiben%20gegen%20Mediaspree.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image474\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Boxhagener%20Platz%20-%20Unterschreiben%20gegen%20Mediaspree.thumbnail.jpg\" alt=\"Boxhagener Platz: Unterschreiben gegen Mediaspree\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" \/><\/a> <a class=\"imagelink\" title=\"O2-Werbetafel hinter bewachten Gittern\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/O2-Werbetafel%20hinter%20bewachten%20Gittern.JPG\"><img decoding=\"async\" id=\"image475\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/O2-Werbetafel%20hinter%20bewachten%20Gittern.thumbnail.JPG\" alt=\"O2-Werbetafel hinter bewachten Gittern\" 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href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Gruppenbild%20mit%20Ostprinzessin.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"image472\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Gruppenbild%20mit%20Ostprinzessin.thumbnail.jpg\" alt=\"Gruppenbild mit Ostprinzessin\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" \/><\/a><a class=\"imagelink\" title=\"Abendschau am Osthafen\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Abendschau.JPG\"><img decoding=\"async\" id=\"image479\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Abendschau.thumbnail.JPG\" alt=\"Abendschau am Osthafen\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" \/> <\/a><a class=\"imagelink\" title=\"Scheiss Musikindustrie\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Scheiss%20Musikindustrie.JPG\"><img decoding=\"async\" id=\"image480\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Scheiss%20Musikindustrie.thumbnail.JPG\" alt=\"Scheiss Musikindustrie\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" \/><\/a><span class=\"imagelink\"><span class=\"imagelink\"><span class=\"imagelink\"><span class=\"imagelink\"><span class=\"imagelink\"> <em>Foto 7: rbb-Reporter<\/em><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kampagne gegen Privatisierungen &#8211; Unerwartet hoher Zuspruch Die Aktionen gegen &#8222;Mediaspree&#8220; nehmen drastisch zu und das vor zwei Wochen begonnene &#8222;B\u00fcrgerbegehren Spreeufer f\u00fcr Alle&#8220; \u00fcbertrifft bereits jetzt s\u00e4mtliche 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