{"id":532,"date":"2007-11-14T19:13:33","date_gmt":"2007-11-14T17:13:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2007\/11\/14\/no-go-area-startet\/"},"modified":"2013-05-03T23:47:52","modified_gmt":"2013-05-03T21:47:52","slug":"no-go-area-startet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=532","title":{"rendered":"(No) Go Area"},"content":{"rendered":"<p>Wir wollen, dass Berlin so lebenswert ist, wie es liebenswert sein kann. Wir lieben und brauchen kulturelle Aufbr\u00fcche, bezahlbares Wohnen, unabh\u00e4ngige Locations und ein Berlin ohne Nationalismen, Ausgrenzung, \u00dcberwachung und sinnentleerter Eventkultur. Wir wollen, dass sich vielf\u00e4ltige Alternativen entfalten k\u00f6nnen und wenden uns gegen Abh\u00e4ngigkeitsgeflechte, die Kritik und Alternativen im Keim ersticken.<\/p>\n<p>Wir erkennen die soziale, kulturelle und st\u00e4dtebauliche R\u00fcckschrittlichkeit in der Stadtentwicklung. Besonders grauenerregende Projekte &#8211; \u201eMediaspree\u201c, Privatisierungen, Schlossplatz, Potsdamer Platz, Alexanderplatz, City West u. v. m. &#8211; werden zudem mit kulturellem Beiwerk getarnt. Aber siehe da: Wohin wir ausgehen, wo und was wir kaufen, ist weitestgehend uns selbst \u00fcberlassen. Es steht in unserer Verantwortung.<\/p>\n<p>Warum z. B. unterst\u00fctzt B\u00e4cker X die Verherrlichung vergangener Monarchien? Warum l\u00e4sst sich Theater Y von Sponsor Z f\u00f6rdern? Wie soll es dann ein kritisches St\u00fcck zu den Machenschaften seines Sponsors auf die B\u00fchne bringen? Warum werden Kunst und Kultur oft nur f\u00fcr die gemacht, die gen\u00fcgend Geld bezahlen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend es immer mehr Menschen in Berlin existentiell an den Kragen geht? Warum ist es h\u00e4sslich, als Club einen Sponsor wie Nike zu haben? Was halten wir davon, wenn der Betreiber eines Kulturkaufhauses auch lecker Gef\u00e4ngnisessen produziert und \u00dcberwachungsfirmen betreibt, oder wenn die Besitzerin des Labels unseres Lieblingsk\u00fcnstlers die \u00f6ffentliche Verwaltung, Bildung und Sicherheit \u00fcbernehmen will? Oder wenn Jobs auf Ausbeutung gegr\u00fcndet werden?<\/p>\n<p>Wir wollen unsere Stadt nicht verkaufen, denn wir und viele Andere haben jede Menge alternative Ideen f\u00fcr sie, die Allen zu Gute kommen, die wirklich in der Stadt leben und nicht vergessen haben, dass eine Stadt auch ein sozialer Ort ist oder sein sollte. <strong>F\u00dcR<\/strong> all Diejenigen, die ein selbstbewusstes, nicht an den Rand gedr\u00e4ngtes, w\u00fcrdiges Leben in Berlin f\u00fchren wollen, in dem stets soziale und \u00f6kologische Belange ins Zentrum des Interesses ger\u00fcckt werden. <strong>GEGEN<\/strong> ein Berlin, in dem sich eine sinnentleerte Spirale dreht, die eine hauptst\u00e4dtische, kapitale, nationale und auf die Interessen Weniger zugeschnittene Potenz entfaltet.<\/p>\n<p>Es gibt zahlreiche Orte in Berlin, die in diesem Lichte zweifelhaft &#8211; mal mehr, mal weniger \u2013 erscheinen und von denen wir hoffen, dass dort die Zeichen der Zeit erkannt werden und selbstbewusst den zweifelhaften Interessen widerstanden wird &#8211; weil wir dann auch ohne Bauchweh zu ihnen kommen und mit ihnen Berlin weiterentwickeln und es zu einem reizenden Ort f\u00fcr kritisch reflektierende, kreative Geister machen, die es nicht erdulden wollen, dass im Windschatten der Kunst &#8211; im Namen einer prosperierenden Entwicklung &#8211; in Wahrheit eine Verdr\u00e4ngung der Bewohner und eine Zerst\u00f6rung der subkulturellen Identit\u00e4ten Berlins stattfindet, die von einer laut t\u00f6nenden Machtpolitik gef\u00f6rdert werden, die uns am Ende auch noch vorschreiben will, wie wir unser eigenes Leben und unsere Geschichte zu deuten haben &#8211; und dabei eine <strong>soziale, st\u00e4dtebauliche und kulturelle R\u00fcckschrittlichkeit<\/strong> in die Stadt pflanzt, w\u00e4hrend wir kritiklos in einer der neuen Event-Arenen sitzen, wo wir in einem Dauerwerbeblock den Kl\u00e4ngen eines jeweiligen Sponsors unseres perfekt auf unsere Bed\u00fcrfnisse zugeschnittenen K\u00fcnstlers lauschen, der unsere Kauflust anregen soll, w\u00e4hrend er unsere Tr\u00e4ume bedient &#8211; und die Kassen der Kapitalisten klingeln l\u00e4sst, damit wir die n\u00e4chste Event-Arena in unseren Garten gepflanzt bekommen.<\/p>\n<p>Wir bleiben alle.<\/p>\n<p><em>ostprinzessin<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir wollen, dass Berlin so lebenswert ist, wie es liebenswert sein kann. 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