{"id":573,"date":"2008-01-06T14:25:16","date_gmt":"2008-01-06T12:25:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2008\/01\/06\/raumt-das-bethanien\/"},"modified":"2013-05-03T22:47:17","modified_gmt":"2013-05-03T20:47:17","slug":"raumt-das-bethanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=573","title":{"rendered":"R\u00e4umt das Bethanien!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Vorurteilen und Klischees, Verdummung und Hetze<\/strong><\/p>\n<p>Es ist geradezu peinlich, was zum Thema <em>Besetzer im Bethanien<\/em> immer wieder in Medien wie dem Tagesspiegel, der Berliner Zeitung oder der WELT publiziert und dann z. B. von Medien wie dem <em>rbb<\/em> oder dem Hauptstadtblog unhinterfragt wiedergegeben wird.<\/p>\n<p>Zum Beispiel haben die <em>Besetzer im Bethanien<\/em> dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von Beginn an Mietzahlungen angeboten. Diese Angebote wurden stets abgelehnt. Dennoch wird in den besagten Medien fortlaufend aus einer Hass-Perspektive berichtet, aus der heraus <em>die Besetzer<\/em> zu Schmarotzenden erkl\u00e4rt werden. Ganz offensichtlich hat man sich bei dieser Argumentation an die M\u00e4rchen des Leiters der <a title=\"K\u00fcnstlerhaus Bethanien GmbH\" href=\"http:\/\/www.bethanien.de\">K\u00fcnstlerhaus Bethanien GmbH<\/a> angelehnt. Christoph Tannert hatte wiederholt in zahllosen Medien mit Dreck auf die Nachbarn geworfen und gern auch die ganze Kiezbev\u00f6lkerung gleich mit bedacht. <a title=\"blumen &amp; zitronen\" href=\"http:\/\/ostprinzessin.de\/bz\/2006\/09\/06\/wenn-sie-mich-einladen-komm-ich-nicht\">\u201eWenn Sie mich einladen, komm ich nicht!\u201c<br \/>\n<\/a><br \/>\nDie <em>Bethanier<\/em> aber leben und\/oder arbeiten im Bethanien, \u00f6ffnen zudem das Haus f\u00fcr Anwohner und f\u00fcr sehr unterschiedliche Initiativen &#8211; darunter durchaus auch b\u00fcrgerliche &#8211; und entwickelten in ihrer Freizeit dann auch noch Konzepte f\u00fcr das Bethanien, welche die Politik &#8211; angesichts ihrer \u00dcberlastung und offensichtlichen Unf\u00e4higkeit &#8211; \u00fcber die Jahre nicht hinbekommen hatte. Im direkten, pers\u00f6nlichen Kontakt mit der <a title=\"IZB - Initiative Zukunft Bethanien\" href=\"http:\/\/www.bethanien.info\">Initiative Zukunft Bethanien<\/a> sowie <em>den Besetzern<\/em> wird schnell klar, dass Vielen oftmals kaum die Zeit daf\u00fcr reicht, noch mehr an Konzepten zu arbeiten. Entsprechend oft geschieht mitunter, dass man von den <em>Bethaniern<\/em> mit zus\u00e4tzlichen, diesbez\u00fcglichen Anliegen vertr\u00f6stet wird, weil die Erwerbsarbeit der &#8211; glaubt man der Mehrheit &#8211; angeblich vor sich hin faulenden <em>Besetzer<\/em> dazwischen kommt. In diesem Lichte also erscheinen die gemeinhin kolportierten <em>Besetzer<\/em>-Klischees allenfalls belustigend.<\/p>\n<p>Wahrlich seltsam erscheint auch, dass in vielen Medien gegen die sich um das Gemeinwohl Bem\u00fchten gehetzt wird und diesen dann &#8211; wie im Falle des Bethanien &#8211; Zahlen und Verluste (Miete; Bezirkshaushalt) angelastet werden, die sich aus ganz anderen Zusammenh\u00e4ngen ergeben. Ein Stichwort dabei waren und sind die Kalkulatorischen Kosten. Aber diese stellen f\u00fcr die meisten Redaktionen offenbar eine \u00dcberforderung dar. <a title=\"Kalkulatorische Kosten\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2007\/12\/04\/offentlicher-raum-jetzt-kapitalverzins\">\u00d6ffentlicher Raum jetzt kapitalverzinst<\/a>; <a title=\"Kalkulatorische Kosten\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2006\/11\/29\/bezirke-unter-privatisierungszwang\">Bezirke unter Privatisierungszwang<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr das K\u00fcnstlerhaus Bethanien indes ergeben sich in Wahrheit fast ausschlie\u00dflich Vorteile durch <em>die Besetzer<\/em> im S\u00fcdfl\u00fcgel: Neben der k\u00fcnstlerischen Befruchtung &#8211; Beleg daf\u00fcr sind die K\u00fcnstler das K\u00fcnstlerhauses, die sich mit dem benachbarten, besetzten S\u00fcdfl\u00fcgel k\u00fcnstlerisch auseinandersetzen oder gar dort ausstellen &#8211; und der erh\u00f6hten Publicity, sind es vor Allem die deutlich g\u00fcnstigeren Mieten, die auch die K\u00fcnstlerhaus Bethanien GmbH &#8211; in einer selbstverwalteten Struktur &#8211; betreffen w\u00fcrden. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Tannert vertritt innerhalb des K\u00fcnstlerhauses daher eine eigenwillig irrationale Position, die durch hervorgebrachte Wiederholungen weder in ihren Bef\u00fcrchtungen, noch in ihren Zuschreibungen gegen\u00fcber den ungeliebten Nachbarn, wahrer wird.<\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang au\u00dferdem immer auch, dass offenbar der Wille, der \u00fcber das erfolgreiche <em>B\u00fcrgerbegehren<\/em> der Initiative Zukunft Bethanien mit 14.000 Stimmen bekundet wurde, medial geflissentlich ignoriert wird. Bedarf das eines Kommentars bez\u00fcglich der Demokratief\u00e4higkeit? Ich denke nicht, denn es spricht f\u00fcr sich und zeigt, wessen Interessen in dererlei Konflikten unter die medialen R\u00e4der geraten. Der \u201eKiezd\u00f6del\u201c, wie Tannert in ihn nennt, hat in Wahrheit keine Lobby und wenn er aufbegehrt, dann wird er schnell niedergeworfen und mit kleinen H\u00e4ppchen abgespeist. Das von der Bezirkspolitik widerwillig zugestandene und stets auch vom K\u00fcnstlerhaus schikanierte <em>Anwohnerforum<\/em> (<a title=\"SOFA - Selbstverwaltetes Offenes Forum der AnwohnerInnen\" href=\"http:\/\/sofa-im-bethanien.blogspot.com\">SOFA<\/a>) ist hier das beste Beispiel f\u00fcr die Unterbindung von &#8211; offenbar gef\u00fcrchteter &#8211; Selbstorganisation.<\/p>\n<p>Das Fazit f\u00e4llt bitter aus: Immer wieder ist es einfach nur traurig, von Verachtung durchsetzte und auf nicht einmal Halbwissen beruhende, wilde Mutma\u00dfungen zu lesen. Der Fetisch Arbeit und der f\u00fcr Hetze stets aufnahmebereite, medial <em>dumm gespamte<\/em>, von Vielen in der Politik gew\u00fcnschte <em>Vorzeigekonsument<\/em> bilden das leitkulturelle Umfeld f\u00fcr gehorsame Dienste an einer durch allerlei Unmenschlichkeiten gekennzeichneten Gesellschaft, in der die Antwort auf die fortschrittlichen Kr\u00e4fte in einem billigen Abbild der Herrschaft der von den besagten Verwerfungen beg\u00fcnstigten Profiteure nur diese Pr\u00e4gung kennt: Verdummen. Aufhetzen. Gewalt.<\/p>\n<p><a class=\"imagelink\" title=\"Von Rio bis Yilmaz - Begehren zur Zukunft des Bethanien\" href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/Von%20Rio%20bis%20Yilmaz%20-%20Begehren%20zur%20Zukunft%20des%20Bethanien.JPG\"><img decoding=\"async\" id=\"image574\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/Von%20Rio%20bis%20Yilmaz%20-%20Begehren%20zur%20Zukunft%20des%20Bethanien.thumbnail.JPG\" alt=\"Von Rio bis Yilmaz - Begehren zur Zukunft des Bethanien\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" \/><\/a> <em>Von Rio bis Yilmaz &#8211; Begehren zur Zukunft des Bethanien<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Vorurteilen und Klischees, Verdummung und Hetze Es ist geradezu peinlich, was zum Thema Besetzer im Bethanien immer wieder in Medien wie dem Tagesspiegel, der Berliner Zeitung oder der WELT publiziert und dann z. B. von Medien wie dem rbb oder dem Hauptstadtblog unhinterfragt wiedergegeben wird. Zum Beispiel haben die Besetzer im Bethanien dem Bezirk [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[],"class_list":["post-573","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zukunft-bethanien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=573"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3051,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions\/3051"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}