{"id":608,"date":"2008-03-03T16:36:58","date_gmt":"2008-03-03T14:36:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2008\/03\/03\/bethanien-das-haus-der-bewegungen\/"},"modified":"2014-03-09T01:30:49","modified_gmt":"2014-03-08T23:30:49","slug":"bethanien-das-haus-der-bewegungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=608","title":{"rendered":"Bethanien: Haus der Bewegungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zur Nachahmung empfohlen: \u201eBesetzen lohnt sich wieder!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Man kann Jens nur beherzt zustimmen, wenn man die <em>NewYorck im Bethanien<\/em> tats\u00e4chlich kennt. Und nat\u00fcrlich darf und soll man wissen, was im Hause vor sich geht. Viele wissen es ja auch, denn das Haus ist gut besucht und immer wieder kommen neu Interessierte, aus der Nachbarschaft und von \u00fcberall, aus der Welt.<\/p>\n<p>Die Arbeit, die im besetzten Teil des Bethanien gemacht wird, ist in jeder Hinsicht unbezahlt und unbezahlbar, und sie ist sehr vehement dem Gemeinwohl &#8211; genauso wie den bunten Subkulturen &#8211; gewidmet. Die <em>Besetzer<\/em> hatten zwar schon von Anfang an Mietzahlungen angeboten, was der Bezirk aber stets ausschlug. ich aber hoffe dennoch, dass die Arbeit nun nicht unter der k\u00fcnftigen Mieth\u00f6he leiden muss. Es treffen sich dort t\u00e4glich viele Menschen, u. a. im Zusammenhang mit Stadtumstrukturierungen und Privatisierungen, zum Thema Rassismus, zum Thema Widerstand vor Ort und zu weltweiten Kampagnen, gegen Armut und zu sozialen Fragen in Berlin. Das Veranstaltungsprogramm ist \u00fcbervoll, the new old space of movements platzt aus allen N\u00e4hten.<\/p>\n<p>Es wird Kunst gemacht, Musik, Film und jede Art von Politik. Au\u00dferdem ist das Haus eine Anlaufstelle f\u00fcr in Not geratene Menschen. Die Atmosph\u00e4re ist ausgesprochen offen und entspannt. Wohl auch deshalb ist der besetzte Teil des Bethanien ein Ort, den insbesondere auch viele queere Menschen aufsuchen.<\/p>\n<p>Die guten Seelen des Hauses haben mir mit ihrer Menschlichkeit und Leidenschaft schon so manches Mal Tr\u00e4nen des Gl\u00fccks abverlangt. Ja, das Besetzen hat sich gelohnt. Nachahmungen sind selbstredend erw\u00fcnscht und gut f\u00fcr uns alle. Auch f\u00fcr diejenigen Menschen, die aufgehetzt gegen diese hoffnungsvollen Entwicklungen polemisieren, ohne je in die Verlegenheit gekommen zu sein, dort pers\u00f6nliche Erfahrungen gemacht zu haben.<\/p>\n<p>Also kommt ihr und kommen Sie einfach mal auf einen Besuch vorbei und mischt euch und mischen Sie sich ein in die Politik!<\/p>\n<p><strong>rbb-Abendschau:<\/strong><\/p>\n<p><em>Hausbesetzungen haben in Kreuzberg eine lange Tradition. Beispielhaft daf\u00fcr ist das Bethanienhaus. Bereits 1971 besetzten 50 Jugendliche den S\u00fcdfl\u00fcgel, ehemals war darin das Schwesternwohnheim Martha-Maria-Haus untergebracht. Die Besetzer benannten es in Georg von Rauch-Haus um. Zwei Jahre nach der Besetzung richtete der Senat im Hauptgeb\u00e4ude das K\u00fcnstlerhaus Bethanien ein. Bis heute arbeiten dort internationale K\u00fcnstler in Ateliers; es gibt Galerier\u00e4ume, eine Druckerwerkstatt und eine Musikschule. Diese erfolgreiche Besetzung fand zuletzt im Juni 2005 Nachahmer.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Bewohner des Hauses Yorckstr. 59 besetzten den S\u00fcdfl\u00fcgel des Bethaniens und nennen ihn seitdem New Yorck 59. Letzten Mittwoch beschloss die Bezirksverordnetenversammlung auf Vorschlag des Bezirksb\u00fcrgermeisters Franz Schulz, das Bethanienhaus von einer Treuhand verwalten zu lassen. Die Besetzer sollen legale Bewohner werden und Mietvertr\u00e4ge erhalten. Vorgesehen ist ein Mietzins in H\u00f6he von 5,60 Euro pro Quatratmeter.<\/em><\/p>\n<p><em>Damit sind zwar nicht alle Konflikte aus der Welt geschafft; denn das K\u00fcnstlerhaus und die Druckwerkstatt lehnen eine Zusammenarbeit mit den Besetzern ab. Sie wollen autonom bleiben und sich nicht von einer K\u00fcnstlergenossenschaft in ihre Arbeit hineinreden lassen. Doch die Besetzer sehen im BVV-Beschluss dennoch einen Erfolg zu ihren Gunsten. \u201eBesetzen lohnt sich wieder\u201c, sagt ein Bewohner der Abendschau und hofft auf Nachahmer.<\/em><\/p>\n<p>Und hier die Links:<\/p>\n<p><a title=\"rbb-Abendschau\" href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/_\/abendschau\/beitrag_jsp\/key=rbb_beitrag_mini_7132172.html\">Abendschau-Beitrag von Kemal H\u00fcr: K\u00fcnstlerhaus Bethanien gerettet<\/a><br \/>\n<a title=\"AbendschauBlog\" href=\"http:\/\/blog.rbb-online.de\/roller\/abendschaublog\/entry\/besetzen_lohnt_sich_wieder\">Interview mit einem Besetzer, im AbendschauBlog<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Nachahmung empfohlen: \u201eBesetzen lohnt sich wieder!\u201c Man kann Jens nur beherzt zustimmen, wenn man die NewYorck im Bethanien tats\u00e4chlich kennt. Und nat\u00fcrlich darf und soll man wissen, was im Hause vor sich geht. 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