{"id":671,"date":"2008-05-09T20:07:50","date_gmt":"2008-05-09T18:07:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/2008\/05\/09\/sofortige-ruckfuhrung-alternativer-kultur\/"},"modified":"2010-02-01T14:32:37","modified_gmt":"2010-02-01T12:32:37","slug":"sofortige-ruckfuhrung-alternativer-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=671","title":{"rendered":"Sofortige R\u00fcckf\u00fchrung alternativer Kultur"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Anarchie ist machbar, Frau Nachbar<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Veranstaltungsreihe zur sofortigen R\u00fcckf\u00fchrung alternativer Kultur nach Mitte und Prenzlauer Berg<\/p>\n<p>Vom 7. Mai bis 17. Juni machen drei\u00dfig Projekte aus dem Kiez ein vielseitiges Programm und unterst\u00fctzen damit das B\u00fcndnis <a title=\"Wir bleiben alle!\" href=\"http:\/\/wba.blogsport.de\">Wir bleiben alle!<\/a>. Das <a title=\"P.i.M.P. Programm\" href=\"http:\/\/pimp.so36.net\/vastlg08.html\">Programm<\/a> bietet Filme, Vortr\u00e4ge, Diskussionen, Workshops, Konzerte und Parties.<\/p>\n<p>\u201eDie Idee zur Initiative Projekte in Mitte und Prenzlauer Berg (PiMP) entsprang Anfang 2007 einer konkreten Bedrohung der alternativen Wohn- und Kulturprojekte <a title=\"K86\" href=\"http:\/\/www.ka86.de\">Kastanienallee 86<\/a>, Brunnenstra\u00dfe &gt; 183\/<a title=\"Umsonstladen Brunnenstr. 183\" href=\"http:\/\/umsonstladen.info\">Umsonstladen<\/a> und <a title=\"SchokoLaden\" href=\"http:\/\/www.schokoladen-mitte.de\">SchokoLaden<\/a>. Wir sprechen von \u201aBedrohung\u2018, weil die Modernisierung\/Sanierung von Altbauten fast immer mit einer Mietsteigerung einhergeht, die f\u00fcr die bisherigen BewohnerInnen nicht tragbar ist. Das traf und trifft sehr viele MieterInnen und Gewerbetreibende in Berlin, die ihre Nachbarschaft (und damit u.U. Jahrzehnte alte soziale Strukturen) verlassen m\u00fcssen, weil sie die z.T. verdreifachten Mieten nicht bezahlen k\u00f6nnen. Im Fall der genannten und vieler anderer Projekte werden neben bezahlbarem Wohnraum auch R\u00e4ume zerst\u00f6rt, in denen Menschen gemeinsam leben und arbeiten. F\u00fcr das Zusammenleben in gr\u00f6\u00dferen Gruppen, Gemeinschaftswerkst\u00e4tten\/-ateliers und f\u00fcr nicht-kommerzielle Veranstaltungsorte ist neben geringen Kosten wichtig, dass H\u00e4user etagen- und nicht wohnungsweise genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Interessenkonflikt ist klar: Kleine Wohneinheiten mit hohem Standard sorgen f\u00fcr h\u00f6here Einnahmen der Eigent\u00fcmerInnen, lassen aber Lebensentw\u00fcrfe abseits von 1-3ZimmerK\u00fccheBad nicht zu und sind schlicht zu teuer. Die f\u00fcr Arbeitsbereiche bzw. Gastronomie \u00fcblichen Gewerbemieten k\u00f6nnen von nicht ausschlie\u00dflich an Gewinnmaximierung orientierten Betrieben nicht bezahlt werden.<\/p>\n<p>Aprospos \u201aFreir\u00e4ume\u2018&#8230; Ein komischer Begriff &#8211; frei wovon und f\u00fcr was?<br \/>\nAuch in unseren Szenen und R\u00e4umen l\u00e4uft nicht alles tutti. Die ein Leben lang angeeigneten Mechanismen greifen auch hier. Manchmal scheint es fast, als ob manches Schei\u00dfverhalten in den sogenannten \u201aFreir\u00e4umen\u2018 noch umgehemmter ausgelebt werden kann &#8211; is ja frei und so&#8230;<br \/>\nDagegen wollen wir einen bewussteren Umgang mit der eigenen Freiheit und der des Anderen setzen &#8211; und von unseren BesucherInnen einfordern. Ein respektvoller Umgang sollte eigentlich Mindeststandard (Default) sein &#8211; mit anderen G\u00e4sten und irgendwie auch mit Denjenigen, die den jeweiligen Raum organisieren, bespa\u00dfen, Tresen machen, Bands betreuen, kochen oder am n\u00e4chsten Tag den Dreck wegmachen, &#8230;<\/p>\n<p>\u201aIst doch ein Freiraum hier\u2018 f\u00e4llt meistens dann, wenn Diejenigen, die den Raum \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glichen, auch mal Schluss machen wollen (oder sich \u00fcber die Nicht-Einhaltung solcher Mindeststandards aufregen). Andererseits scheint vielen\/etlichen\/einigen Menschen, die solche \u201aFreir\u00e4ume\u2018 als G\u00e4ste aufsuchen, gar nicht (mehr) klar zu sein, was das wirklich f\u00fcr R\u00e4ume sind. Manche denken wohl, dass das Bier auf Grund einer besonders harten Kalkulation so billig ist und behandeln die Menschen hinterm Tresen wie ihre pers\u00f6nliche Bespa\u00dferInnen (Bediensteten?). Klar will keineR zu jedem \u00fcber den Tresen gereichten Bier einen Vortrag halten, was das hier f\u00fcr ein toller Raum ist (oder sich sowas anh\u00f6ren). Rumliegende\/aush\u00e4ngende Texte erreichen aber oft nur die, die sich eh schon mal daf\u00fcr interessieren und sind in einem Szene-Slang geschrieben, der f\u00fcr Au\u00dfenstehende h\u00e4ufig&#8230; naja zumindest abschreckend (wenn nicht albern) wirkt.<\/p>\n<p>Wie das simple Wissen um die Struktur und Besonderheiten \u201aunserer\u2018 R\u00e4ume wieder breiter gestreut werden kann, ist daher eines unserer weiteren Anliegen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anarchie ist machbar, Frau Nachbar Veranstaltungsreihe zur sofortigen R\u00fcckf\u00fchrung alternativer Kultur nach Mitte und Prenzlauer Berg Vom 7. Mai bis 17. Juni machen drei\u00dfig Projekte aus dem Kiez ein vielseitiges Programm und unterst\u00fctzen damit das B\u00fcndnis Wir bleiben alle!. 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