{"id":821,"date":"2008-07-09T18:42:59","date_gmt":"2008-07-09T16:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/abriss-berlin.de\/blog\/?p=821"},"modified":"2008-08-10T18:15:14","modified_gmt":"2008-08-10T16:15:14","slug":"kein-platz-mehr-fur-sie-und-frau-nachbarin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=821","title":{"rendered":"Kein Platz mehr f\u00fcr Sie und Frau Nachbarin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gehen wir am Sonntag zum <a title=\"Mediaspree Versenken\" href=\"http:\/\/www.ms-versenken.org\"><em>B\u00fcrgerentscheid<\/em><\/a>?<\/strong><\/p>\n<p>Sie haben in den letzten Wochen die Wahlbenachrichtigung zum <em>B\u00fcrgerentscheid<\/em> im Briefkasten gefunden. Vielleicht haben Sie sich auch gefragt, ob das \u00fcberhaupt Sinn macht, Ihre Stimme wirklich gefragt ist.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten Ihnen hier 5 gute Gr\u00fcnde nennen, warum Sie mit Ihrer Stimme direkt Einfluss nehmen auf Ihre Zukunft:<\/p>\n<p><strong>1.<\/strong><strong> MediaSpree plant f\u00fcr Andere, nic<\/strong><strong>ht f\u00fcr Sie<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/mediaspree.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-822 lazyload\" title=\"mediaspree\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/mediaspree-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 150px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 150\/150;\" \/><\/a><\/p>\n<p>An der Spree sind zahlreiche B\u00fcrot\u00fcrme und Luxuswohnungen geplant. Die gro\u00dfe O2-Halle ist nur der Anfang. Auch wenn diese Halle vielleicht auf den ersten Blick \u201enur f\u00fcr Unterhaltung\u201c sorgt: Machen wir uns nichts vor, hier kann man Freizeit nur genie\u00dfen, wenn man Geld hat. Ganz nebenbei hatte Berlin genug Hallen, die mit unseren Steuergeldern finanziert sind. Aber nein, Berlin will h\u00f6her, weiter, schneller im Wettstreit der Metropolen wie London und Paris mitspielen. Wer einmal diese St\u00e4dte besucht hat, wei\u00df, dass da f\u00fcr Sie und Frau Nachbarin kein Platz mehr ist. Und so sind die geplanten B\u00fcrot\u00fcrme nur der Anfang, bei dem Sie ganz schnell im Abseits stehen.<\/p>\n<p><strong>2. Arbeitspl\u00e4tze, aber bitte billig<\/strong><\/p>\n<p>Der gro\u00dfe K\u00f6der, mit dem diese B\u00fcrot\u00fcrme um Akzeptanz buhlen, sind Arbeitspl\u00e4tze. Aber sie glauben doch nicht im Ernst, dass die teuer bezahlten Jobs hier im Kiez ausgeschrieben werden? Wenn etwas hier h\u00e4ngen bleibt, dann sind es die Schei\u00dfarbeiten zu Billigstl\u00f6hnen, Zeitarbeitsfirmen, Tagel\u00f6hner. Und seien wir doch einmal ehrlich: Schwarzarbeit ist doch Gang und Gebe und Hartz IV zwingt einen auch dazu &#8211; wie soll man sonst mit den paar Kr\u00f6ten hinkommen. Aber dann noch beschimpft werden als Schmarotzer und zwar genau von denen, die in dicken Sesseln mit dicken Geh\u00e4ltern genau diese Entwicklung durchwinken. Nein Danke, nicht mit uns.<\/p>\n<p><strong>3. Kinder sind in diesem System nicht mehr vorgesehen<\/strong><\/p>\n<p>Schon heute sind laut offiziellem Armutsbericht der Bundesregierung Kinder ein Armutsrisiko. Aber tut dieser Staat etwas daf\u00fcr, dass Kinder aus diesem Armutsmilieu herauskommen k\u00f6nnen? Immer noch gilt, wer arm geboren wird, bleibt arm. Gerade in Kreuzberg, aber auch in Friedrichshain, hat sich \u00fcber Jahrzehnte eine Kiezbev\u00f6lkerung im Zusammenleben und in Nachbarschaft entwickelt, die einmalig und nicht wiederholbar ist.<\/p>\n<p>Gerade die kleinen Selbsthilfebeziehungen, die unkomplizierten Nachbarschaften, die vielen kleinen Unterst\u00fctzungen, das Zusammenleben \u00fcberhaupt, sind ein unsch\u00e4tzbarer Wert, der nicht einfach aufgegeben werden sollte. <em><strong>Wir bleiben alle!<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>4. Freifl\u00e4chen denen, die hier wohnen<\/strong><\/p>\n<p>Und es hat schon angefangen: Freifl\u00e4chen werden gestaltet und beplant, alles soll sch\u00f6n werden und \u201emarktf\u00e4hig\u201c f\u00fcr die Wohnungen, die hier zu einer Luxusware werden.<br \/>\nUnd dann kommen auch schon die neuen Mieter, die Deinen Nachbarn als \u201ePenner\u201c bezeichnen, weil sie doch tats\u00e4chlich glauben, ihr ganzer Reichtum hat was mit ihnen zu tun, weil sie besser und sch\u00f6ner sind. Dabei ist ihr Reichtum nur m\u00f6glich, weil wir arm sind. Wir putzen und machen den Schei\u00df weg und bieten billig das gute Essen an der Ecke an, zu dem sie sich dann herab lassen, denn man ist ja auch ein wenig multikulturell. Und nun soll uns auch noch die Spree zugebaut werden. Dieser einzigartige Wasserraum mit seinen wilden Uferpl\u00e4tzen wird in Zukunft privat &#8211; aus Beton &#8211; und ein bewachtes Sicherheitsgebiet. Ja die polnische Putze, der D\u00f6ner an der Ecke, aber bitte keine Penner vor der Haust\u00fcr. Yuppi du stinkst vom Kopf her!<\/p>\n<p><strong>5. Und die Parteien schauen still, um den ganzen Tisch herum&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Ja, es soll gute Gr\u00fcnde geben, die uns die Parteien vorrechnen, warum diese ganze Entwicklung nicht mehr zu stoppen sei. Aber hat hier irgendjemand aus dem Kiez an dieser Planung mitgearbeitet? Wurde irgendjemand gefragt, was er davon h\u00e4lt. Nein, nat\u00fcrlich nicht, denn diese Planung ist ohne den Wirt gemacht. Mit Grundst\u00fccken und Wohnungen kann man sehr viel Geld verdienen und darum sieht es so aus, als ob Investoren der Motor von Stadtentwicklung sind, aber in Wirklichkeit sind wir es, die die Stadt putzen, die Besucher preiswert bekochen, die Freifl\u00e4chen zum Spielen und Grillen nutzen und Kinder bekommen, mit denen wir hier leben. Die Stadt geh\u00f6rt uns und wir werden sie nicht f\u00fcr Investoreninteressen hergeben.<\/p>\n<p><strong>DARUM GEHT AM WAHLTAG ZUM ENTSCHEID UND GEBT EURE STIMME F\u00dcR EURE ZUKUNFT IM KIEZ!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gehen wir am Sonntag zum B\u00fcrgerentscheid? Sie haben in den letzten Wochen die Wahlbenachrichtigung zum B\u00fcrgerentscheid im Briefkasten gefunden. Vielleicht haben Sie sich auch gefragt, ob das \u00fcberhaupt Sinn macht, Ihre Stimme wirklich gefragt ist. Wir m\u00f6chten Ihnen hier 5 gute Gr\u00fcnde nennen, warum Sie mit Ihrer Stimme direkt Einfluss nehmen auf Ihre Zukunft: 1. 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