{"id":860,"date":"2008-08-30T14:35:37","date_gmt":"2008-08-30T12:35:37","guid":{"rendered":"http:\/\/abriss-berlin.de\/blog\/?p=860"},"modified":"2014-01-13T04:28:41","modified_gmt":"2014-01-13T02:28:41","slug":"unvermittelt-nicht-unglucklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=860","title":{"rendered":"Unvermittelt, nicht ungl\u00fccklich"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"unvermittelt\" href=\"http:\/\/www.unvermittelt.net\"><strong>\/unvermittelt<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Dazu ein Kampagnenwort von <strong>ABRISS<\/strong>BERLIN:<\/p>\n<p>Ein Arbeitsplatz gilt auch in unseren Zeiten gemeinhin als eine gro\u00dfartige, zumindest aber als eine notwendige Errungenschaft, der jeder Mensch zu huldigen hat, indem er einen solchen Platz in der Mitte der Gesellschaft anstrebt. Menschen, die keine Arbeit finden k\u00f6nnen und Menschen, die Lohnarbeitsverh\u00e4ltnisse ablehnen, geh\u00f6ren in der Logik der Lohnarbeitsgesellschaft zum traurigen Rand. Wohlbemerkt zu einem stark angeschwollenen Rand.<\/p>\n<p>Wer nicht vermittelt werden kann oder will, kommt wom\u00f6glich auf dumme Gedanken. Man schaue nur einmal, was wir <em>Abriss Activists<\/em> mit unserer befreiten Zeit so alles anstellen. Nicht der Rauswurf aus der Lohnarbeitsgesellschaft, sondern die Integration in selbige w\u00e4re f\u00fcr uns der angemessenere Maulkorb. Allerdings: Wir haben dieser Art der Gesellschaft schon l\u00e4nger abgeschworen. Unsere Freiheit ist ein frech an den realkapitalistischen Wegesrand gepflanzter Wegweiser zum k\u00fcnftigen Grab der Konsum-, Fun- und Verwertungsgesellschaft.<\/p>\n<p>Damit viele, viele andere Menschen und M\u00e4rchenfiguren auf den Geschmack kommen, dem Arbeitsplatzfetisch die Lust zu verweigern und dem gesellschaftlichen Leistungsgesellschaftsspuk, der meist auch ein pers\u00f6nlicher Spuk ist, ein Ende zu bereiten, brauchen wir neue Definitionen.<\/p>\n<p>Die Kampagne <a title=\"unvermittelt\" href=\"http:\/\/www.unvermittelt.net\">\/unvermittelt<\/a><a title=\"unvermittelt\" href=\"http:\/\/www.unvermittelt.net\"> &#8211; Kampagne f\u00fcr einen Arbeitsbegriff jenseits von \u00dcberarbeitung und Mangel &#8211;<\/a> hilft uns seit dem 15.08. und noch mindestens bis zum 17.09.2008 mit allerlei Anregungen. Die <a title=\"Absageagentur\" href=\"http:\/\/www.absageagentur.de\">Absageagentur<\/a> zum Beispiel bietet einen Ausgliederungsservice, die <a title=\"Sabotageagentur\" href=\"http:\/\/zufn.de\/sabotageagentur\/homepage\/sabotageagentur.html\">Sabotageagentur<\/a> geht &#8211; zumindest k\u00fcnstlerisch &#8211; noch einen Schritt weiter.<\/p>\n<p>Wenn auch zum Start der Kampagne die Sozialsenatorin Knake-Werner (DIE LINKE) eingeladen wurde, was intern und extern zu kleinen Verstimmungen f\u00fchrte, wich der anf\u00e4ngliche Gutglaube vermutlich sp\u00e4testens nach der kurzfristigen Absage der Frau Senatorin der weitreichenden Erkenntnis, dass sich selbst die (vorgeblich) <em>linken<\/em> (Mit-) Verantwortlichen der sozialen Miseren, der Hartz-IV-Zwangsumz\u00fcge, des <a title=\"Unverk\u00e4uflich gegen Privatisierung.\" href=\"http:\/\/www.unverkaeuflich.org\">Ausverkaufs<\/a> sozialer Steuerungsm\u00f6glichkeiten und gleichzeitigen Predigerinnen der Lohnarbeitssklaverei einfach zu ungern fortbilden lassen &#8211; und man deshalb auch gleich ganz auf sie verzichten kann, darf und sollte.<\/p>\n<p>Vielleicht wollten die Beteiligten und Initiatorinnen der \/unvermittelt-Kampagne aber auch einfach nur nach au\u00dfen hin den Schein wahren. Subversiv sind ihre \u201ePraxen, Techniken, Spielr\u00e4ume\u201c zur Umdefinierung der Arbeit allemal. Und wer mit Subversion spielt, spielt mit dem Feuer. Die Kapit\u00e4ne und Lenkerinnen kapitalistischer und (M\u00f6chtegern-) realsozialistischer Systemzusammenh\u00e4nge reagieren auf jedewede Subversion unwirsch bis allergisch bis notorisch spielverderberisch.<\/p>\n<p>Mehr zum Programm und den spannenden Ans\u00e4tzen der Kampagne gibt es bei den Unerschrockenen, die subversiv-pragmatisch gegensteuern, so wie wir es von der <a title=\"workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V.\" href=\"http:\/\/www.workstation-berlin.org\">workstation Ideenwerkstatt<\/a> her kennen und sch\u00e4tzen: <a title=\"unvermittelt\" href=\"http:\/\/www.unvermittelt.net\">\/unvermittelt<\/a>.<\/p>\n<p><em>\/unvermittelt ist eine AG der <a title=\"NGBK - Neue Gesellschaft f\u00fcr Bildende Kunst e.V.\" href=\"http:\/\/ngbk.de\/site\">NGBK Berlin e.V.<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>die AG, bestehend aus Danijela Cenan, Uli Ertl, Rut Waldeyer, Frauke Hehl und Nadine Wothe haben zusammen mit Barbara Loreck, Petra Spielhagen und Christine Kriegerowski, und die vielen, vielen Beteiligten haben im Januar 2008 die Kampagne \/unvermittelt gestartet<\/em><\/p>\n<p>Gl\u00fcckwunsch an die Beteiligten! Ohne eure Arbeit w\u00e4ren viele unvermittelt und ungl\u00fccklicher.<\/p>\n<p><em>The Ostprinzessin<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\/unvermittelt Dazu ein Kampagnenwort von ABRISSBERLIN: Ein Arbeitsplatz gilt auch in unseren Zeiten gemeinhin als eine gro\u00dfartige, zumindest aber als eine notwendige Errungenschaft, der jeder Mensch zu huldigen hat, indem er einen solchen Platz in der Mitte der Gesellschaft anstrebt. 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