{"id":915,"date":"2008-10-13T03:58:27","date_gmt":"2008-10-13T01:58:27","guid":{"rendered":"http:\/\/abriss-berlin.de\/blog\/?p=915"},"modified":"2014-03-09T15:04:56","modified_gmt":"2014-03-09T13:04:56","slug":"ausschusszombies-on-tour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=915","title":{"rendered":"Ausschusszombies on tour"},"content":{"rendered":"<p><em>Liebe Lesende,<\/em><\/p>\n<p><em>zur Zeit bin ich ja einer der \u201evier Hanseln\u201c (wie Abrisswolf Ugarte Chac\u00f3n <a title=\"Zahnloser Tiger\" href=\"http:\/\/abriss-berlin.de\/blog\/2008\/10\/09\/zahnloser-tiger\">es formuliert<\/a>, die im <a title=\"Ausschuss Spreeraum\" href=\"http:\/\/www.berlin.de\/ba-friedrichshain-kreuzberg\/bvv-online\/au020.asp\">Sonderausschuss \u201eSpreeraum\u201c<\/a> die Initiative Mediaspree Versenken vertreten. Zu dem ganzen Drin, Dran und Drumherum habe ich bislang ausschweifend geschwiegen, auch im Ausschuss selbst habe ich noch keine Worte verbraucht.\u00a0 Nun aber m\u00f6chte ich behutsam und liebevoll einsteigen und von meinen Eindr\u00fccken berichten.\u00a0 Und ja, nennen wir es ruhig mal eine Begegnung der dritten Art. Viel Vergn\u00fcgen!<\/em><\/p>\n<p><strong>Mediaspree versch\u00f6nern: Ausschuss f\u00fcr kosmetische Eingriffe<\/strong><\/p>\n<p>Freitagmorgen, Osthafen in Friedrichshain. Sonnenschein. Ausschuss trifft Ausschuss. Wir, die sogenannten <em>B\u00fcrgerdeputierten<\/em> des Ausschusses Spreeraum, treffen auf einen Landesausschuss. Aber fangen wir die Geschichte an ihrem Ende an:\u00a0 Der Betriebsausflug des <em><a title=\"Ausschuss f\u00fcr Stadtentwicklung und Verkehr\" href=\"http:\/\/www.parlament-berlin.de\/pari\/web\/wdefault.nsf\/vHTML\/C16-00028?OpenDocument\">Ausschuss f\u00fcr Stadtentwicklung und Verkehr<\/a> <\/em>des Abgeordnetenhauses endete am Freitagmittag \u00e4u\u00dferst vers\u00f6hnlich: Die Ausschussmitglieder der f\u00fcnf Fraktionen im Landesparlament &#8211; unter ihnen die <a title=\"Was ist links, was ist gr\u00fcn, was ist vorn?\" href=\"http:\/\/www.eichstaedt-bohlig.gruene-berlin.de\/cms\/was_ist_links.0.html\">\u201elinke\u201c Gr\u00fcne<\/a> und Fraktionsvorsitzende Franziska Eichst\u00e4dt-Bohlig sowie der Ausschussvorsitzende Thomas Flierl (die &#8222;Die Linke&#8220;), der bereits als Bildungssenator die \u201eDie Linke\u201c-Dialektik musterg\u00fcltig vertrat, dazu die Vertreter von Mediaspree e.V., der Bauprojekte-Manager <a title=\"Kilian-Gruppe\" href=\"http:\/\/www.kilian-gruppe.de\">J\u00fcrgen Kilian<\/a> und der \u201edas Bezirksamt\u201c genannte gr\u00fcne Bezirksb\u00fcrgermeister Dr. Franz Schulz &#8211; all diese waren sich einig: Mediaspree badarf einer mutigen Korrektur.<\/p>\n<p>So ging der gn\u00e4dige B\u00fcrgermeister mutig in die Vollen und formulierte auf Bitten und Betteln hin f\u00fcnf \u201eW\u00fcnsche\u201c. F\u00fcr jede Fraktion einen, k\u00f6nnte man meinen. Aber bleiben wir ernst, denn schlie\u00dflich wird hier \u00fcber die Lebensqualit\u00e4t ganzer Stadtbezirke <span style=\"text-decoration: line-through;\">gescherzt<\/span> entschieden. Sein mutigster Wunsch: 10 Meter mehr Ufer. Die sollten drin sein. 10 Meter solle man der landeseigenen BEHALA GmbH am Kreuzberger Victoriaspeicher und vielleicht sogar auch am Osthafen <span style=\"text-decoration: line-through;\">abverhandeln<\/span> abw\u00fcnschen. Auch bei den anderen Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern solle \u00e4hnlich gewunschen werden. Aber da hatte der w\u00fcnschelnde B\u00fcrgermeister die Rechnung freilich ohne den Wirt gemacht: Feist bot Herr Kilian 25 Meter! Als Gegenleistung daf\u00fcr verlange er lediglich schnellstm\u00f6gliche Genehmigungen. Nutzer habe er bereits an Land gezogen. B\u00fcros und Wohnen. Es k\u00f6nne sofort losgehen. Kilian war in bester Wunschlaune: Bitte sprechen Sie mit dem Liegenschaftsfonds, damit ich das so machen kann. &#8211; Ja gern, tun wir. \u201eDas ist ein f\u00fcr alle Seiten befriedigender Kompromiss\u201c, meinte Kilian stolz.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum W\u00fcnscheb\u00fcrgermeister. Der fasste sich ein Herz und diktierte ein paar weitere ins Protokoll von Herrn Flierl, nachdem er zuvor herzerw\u00e4rmend spa\u00dfig vom \u201eletzten Anarchisten von Kreuzberg\u201c, <a title=\"Lenin, Zapf-Umz\u00fcge Kreuzberg\" href=\"http:\/\/flickr.com\/photos\/mitue\/137553338\">der mit dem Lenin<\/a> vor der T\u00fcr, schwadroniert hatte.\u00a0 Herr Zapf n\u00e4mlich m\u00fcsse nun mal Farbe bekennen, ob er nicht was abzugeben bereit sei von seinem sch\u00f6nen Spreegrundst\u00fcck. Das erscheint jetzt flapsig? Hab ich auch gedacht. Aber es geht noch besser: F\u00fcr ein Grundst\u00fcck an der Cuvrystra\u00dfe, wo die \u201eNeuen Spreespeicher\u201c samt Pocketpark entstehen sollten, m\u00f6ge das Land doch bitte neue Leitlinien aufstellen. Etwas weniger Verdichtung und mehr Abstand zum Ufer &#8211; bitte. Die Baugenehmigung laufe Anfang Dezember aus, dann aber m\u00fcsse sie allerdings unweigerlich verl\u00e4ngert werden, wenn es keine neue Leitlinie gebe, welche vom Senat festzusetzen sei. Tue der Senat dies nun alsbald, st\u00fcnden aber dennoch die Chancen f\u00fcr einen noch fristgerechten, b\u00fcrokratischen Genehmigungsverfahrenh\u00fcrdenlauf schlecht.<\/p>\n<p>An dieser Stelle nun k\u00f6nnte sich der geneigte Mitdenkende fragen, warum denn bittesch\u00f6n der\u201eWunsch\u201c dann so sp\u00e4t komme. Ja warum blo\u00df!? Diese Frage wei\u00df wohl nur Herr Dr. Schulz h\u00f6chstselbst zu beantworten.<\/p>\n<p>Ebenfalls im W\u00fcnsche-Repertoire vertreten ist ein Treffen mit Frau Ingeborg Junge-Reyer, ihres Zeichens Stadtentwicklungssenatorin&#8230;, sagt man, wei\u00df man, bedauert man&#8230;, sowie Lippi (Herr Holger Lippmann), seines ehrenwerten Postens nach Gro\u00dfer Vorsitzender des <a title=\"Liegenschaftsfonds Berlin\" href=\"http:\/\/www.liegenschaftsfonds.de\">Liegenschaftsfonds<\/a>, welcher das Land Berlin seit Jahren mittels der Verramschung von \u00fcber 5.000 Immobilien reich macht. Zumindest l\u00e4sst sich aus den Erl\u00f6sen und Erl\u00f6sungen ein Bruchteil der j\u00e4hrlichen Schuldzinsen bezahlen.\u00a0 Diese illustre Dreierrunde also wird gemeinsam dar\u00fcber nachdenken, ob das Grundst\u00fcck, auf dem zur Zeit das <em>Maria am Ufer <\/em>steht, nicht irgendwie mit einem den Forderungen des <em>B\u00fcrgerentscheides<\/em> n\u00e4herkommenden \u201eKompromiss\u201c belegt werden kann, mit dem dann \u201ealle Seiten zufrieden sein k\u00f6nnen\u201c, um hiermit den liebevollen Gedanken von <span style=\"text-decoration: line-through;\">Filzexperte und Sumpfpflanze<\/span> Herrn Projektentwickler Kilian aufzugreifen, der hier als Nachbar schon mal grundst\u00fccks\u00fcbergreifend (!) vorgearbeitet hat. Immerhin patent, der Herr, nicht wahr, wenn man ihn mal mit den Kollegenpflanzen aus der professionellen Politik vergleicht.<\/p>\n<p><!-- \t\t@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } -->Unser Bezirksamt, Dr. Franz Schulz, hat noch mehr W\u00fcnsche, die seiner eigenen Meinung nach zwar unrealistisch, aber deshalb noch lange nicht verschweigenswert sind: Man m\u00f6ge doch bitte noch einmal mit den Eigent\u00fcmern des Grundst\u00fccks, auf dem der East Side Tower entstehen solle, sprechen. Dieser Tower n\u00e4mlich sei schlie\u00dflich seinerzeit als st\u00e4dtebauliche Lokomotive gedacht gewesen, aber die Waggons seien ja mittlerweile nicht mehr in Planung. Vielmehr sei zu beiden Seiten dieser Lok, die von <a title=\"Stofanel Investment AG\" href=\"http:\/\/www.stofanel.com\/de\">Stofanel<\/a> projektiert wird, der East Side Park sowie der Spreepark entstanden. Das sind \u00fcbrigens die niedlichen, betonierten Fl\u00e4chen links und rechts der riesigen Leuchtwerbetafel der O2 World.<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen illustren Vormittag mit erstmaliger <strong>(!)<\/strong> Ortsbesichtigung &#8211; seitens der Stadtentwicklungs-Ausschussmitglieder &#8211; bedanken wir uns herzlichst! Und wenn sie nicht \u201eversehentlich\u201c in die Spree geschubst wurden, so treiben sie auch heute noch ihr Unwesen. Das mag hart klingen, aber nichts ist h\u00e4rter als die H\u00e4rte der Ignoranz: S\u00e4mtliche vorgebrachten Ideen, Anmerkungen, Einw\u00fcrfe und Korrekturen &#8211; egal ob sie charmant und freundlich oder weniger freundlich (seitens meiner Person) &#8211; vorgebracht wurden, fanden lediglich eine einstellige Resonanz &#8211; und zwar: 0.<\/p>\n<p>Das kann man sich und Anderen nicht mehr sch\u00f6nreden? Doch, Mann kann.<\/p>\n<p>Zum <span style=\"text-decoration: line-through;\">Ausschuss<\/span> Abschluss noch ein Zombiepsychogramm <em>(inspired by Klaus-Peter von L\u00fcdeke aus Steglitz-Zehlendorf, Checkerbunny und \u201eBeratendes Mitglied\u201c im Ausschuss Stadtentwicklung, Lebensmotto: \u201e<a title=\"Vita von Klaus-Peter von L\u00fcdeke\" href=\"http:\/\/www.von-luedeke.de\/Vita.html\">Nicht tr\u00e4umen, handeln.\u201c<\/a>)<\/em>:<\/p>\n<p>Schuld hat der Bezirk, nein der Senat, nein der Bezirk, nein der Senat, nein Senat und Bezirk, nein der B\u00fcrger, der w\u00e4hlende Lurch, der! \u201e<a title=\"Erst Bethanien besetzen und dann Mediaspree versenken?\" href=\"http:\/\/www.fdp-fraktion-berlin.de\/Parlament\/index.php?cat=Parlament_anfragen_klein_einzel&amp;id=1151\">Erst Bethanien besetzen und dann Mediaspree versenken?\u201c<\/a><\/p>\n<p>Ja genau.<\/p>\n<p><strong>Gegen 10, 20 oder 30 Meter mehr Ufer!<\/strong><strong> Auf zu\u00a0 n e u e n\u00a0 Ufern!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aussch\u00fcsse abschie\u00dfen, wenn sie Ausschuss produzieren! <\/strong><\/p>\n<p><em>MfG, Ihre und Eure Ostprinzessin<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/sonderausschuss.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-916 lazyload\" title=\"sonderausschuss\" alt=\"Sonderausschuss\" data-src=\"http:\/\/www.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/sonderausschuss-300x169.jpg\" width=\"300\" height=\"169\" data-srcset=\"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/sonderausschuss-300x169.jpg 300w, https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/sonderausschuss.jpg 866w\" data-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 300px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 300\/169;\" \/><\/a> <a title=\"Sonderausschuss\" href=\"http:\/\/www.sonderausschuss.de\">www.sonderausschuss.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Lesende, zur Zeit bin ich ja einer der \u201evier Hanseln\u201c (wie Abrisswolf Ugarte Chac\u00f3n es formuliert, die im Sonderausschuss \u201eSpreeraum\u201c die Initiative Mediaspree Versenken vertreten. 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