{"id":960,"date":"2008-12-10T14:43:06","date_gmt":"2008-12-10T12:43:06","guid":{"rendered":"http:\/\/abriss-berlin.de\/blog\/?p=960"},"modified":"2010-02-01T13:25:57","modified_gmt":"2010-02-01T11:25:57","slug":"kein-schloss-in-unserem-namen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=960","title":{"rendered":"Kein Schloss in unserem Namen!"},"content":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit Bekannten aus dem vor drei Jahren gegr\u00fcndeten <a title=\"B\u00fcndnis f\u00fcr den Palast\" href=\"http:\/\/www.palastbuendnis.de\">Palastb\u00fcndnis<\/a>, das einige Monate lang mit spektakul\u00e4ren Aktionen (nicht nur) Berlin in Atem hielt, hat der Mitbegr\u00fcnder und Erfinder der Plattform <strong>ABRISS<\/strong>BERLIN eine neue Plattform ins Leben gerufen:<strong> <\/strong><a title=\"Kein Schloss in meinem Namen!\" href=\"http:\/\/www.kein-schloss-in-meinem-namen.de\/index.php?id=3\"><strong>Kein Schloss in meinem Namen<\/strong><\/a>!<strong> <\/strong><\/p>\n<p>Und wir alle k\u00f6nnen <a title=\"Mitmachen!\" href=\"http:\/\/www.kein-schloss-in-meinem-namen.de\/index.php?id=6\">mitmachen<\/a><strong>.<\/strong><a title=\"Kein Schloss in meinem Namen!\" href=\"http:\/\/www.kein-schloss-in-meinem-namen.de\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Nach der albtraumhaften Entscheidung f\u00fcr den Wiederaufbau des Berliner Schlosses bzw. f\u00fcr den Bau des Humboldtforums droht uns nun die tats\u00e4chliche Realisierung des Vorhabens. Doch die geplante, einer nationalen \u201eIdentit\u00e4tsstiftung\u201c dienende Schlosskopie ruft seit vielen Jahren heftigen Widerspruch hervor. Im Namen der Geschichte wird Geschichte zerst\u00f6rt und verdr\u00e4ngt. Die \u00d6ffentlichkeit wird immer wieder aufs Neue \u00fcber Zeitplan, Kosten und Finanzierung belogen und get\u00e4uscht, um das umstrittene Vorhaben einer berechtigten Kritik zu entziehen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen unser Nichteinverst\u00e4ndnis geben: <strong><a title=\"Mitmachen!\" href=\"http:\/\/www.kein-schloss-in-meinem-namen.de\/index.php?id=6\">Hier<\/a><\/strong>!<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Thema: <a title=\"Schlossdebatte\" href=\"http:\/\/www.schlossdebatte.de\">www.schlossdebatte.de<\/a><\/p>\n<p><em>Kein Schloss in meinem Namen<\/em><\/p>\n<p><em>Die Bebauung des Berliner Schlossplatzes ist das wichtigste Kulturprojekt und gr\u00f6\u00dfte staatliche Bauvorhaben in Deutschland f\u00fcr Jahrzehnte. Nach Ansicht der Initiatoren soll der Bau im Herzen der Hauptstadt identit\u00e4tsstiftend f\u00fcr das wiedervereinte Berlin und Deutschland sein. Allerdings rief das Vorhaben seit Anbeginn einen gesellschaftlichen Dissens hervor.<\/em><\/p>\n<p><em>Der im internationalen Wettbewerb gek\u00fcrte Entwurf zur Wiedererrichtung des Berliner Schloss von Francesco Stella setzt die politischen Beschl\u00fcsse des Bundestages und der Bundesregierung konsequent um. Er \u00fcbertr\u00e4gt die Ausschreibung mit all ihren konzeptuellen Problemen kritiklos in eine Architektur von n\u00fcchterner Serialit\u00e4t ohne Raffinesse und Poesie.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir erkl\u00e4ren uns mit dem Schlossnachbau nicht einverstanden, weil er ein Bild von Geschichte und Gegenwart Deutschlands verk\u00f6rpert, dass wir nicht teilen. Die Wiedererrichtung des Hohenzollernschlosses in idealisierter Form verd\u00e4ngt die Spuren deutscher Geschichte. Es ist eine Vergessensmaschine: Die wechselreiche, fast 600-j\u00e4hrige Bau- und Gesellschaftsgeschichte wird auf einen scheinbar zeitlosen Idealbauk\u00f6rper reduziert, der alle Verwerfungen und Wandel deutscher Geschichte verdr\u00e4ngt und nach der erneuten Tabula-Rasa die Fiktion einer intakten Tradition zur Schau stellt. Die Spuren des 20. Jahrhunderts werden an diesem f\u00fcr die deutsche Geschichte so repr\u00e4sentativen Ort ausgel\u00f6scht, um an eine vermeintlich heile Welt davor nahtlos anzukn\u00fcpfen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir erkl\u00e4ren uns mit dem Schlossnachbau nicht einverstanden, weil er sich von der Stadt abwendet. Das Schloss war einst nicht als \u00f6ffentlicher Bau konzipiert. Die geschlossene Fassade gew\u00e4hrt keine Einblicke, nur \u00fcber die f\u00fcnf Portale kann man das introvertierte Innere betreten. Es gibt keine Geste der \u00d6ffnung wie etwa bei Schinkels Altem Museum mit Loggia und Freitreppe oder bei der Staatsoper mit dem Foyer, das sich zum B\u00fcrgersteig \u00f6ffnet.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir erkl\u00e4ren uns mit dem Schlossnachbau nicht einverstanden, weil das Nutzungskonzept uns nicht \u00fcberzeugt. Das Nutzungskonzept des Humboldt-Forums entstand, um die Schlossfassade zu legitimieren, indem man sich auf die Kunstkammern des alten Schlosses berief. Seit Projektbeginn wurde die Nutzfl\u00e4che halbiert, ohne dass die Ursprungsidee weiterentwickelt wurde. Die Landesbibliothek wird auf vier Standorte zerst\u00fcckelt, an statt an einem Ort vereint zu werden. Die ethnologische Sammlung soll ihrer europ\u00e4ischen Abteilung beraubt werden, die in Dahlem verbleibt. Inzwischen ist das Humboldt-Forum zu einem austauschbaren Platzhalter verkommen und die Stimmen mehren sich, die es durch die Gem\u00e4ldegalerie ersetzen wollen. Doch damit w\u00fcrde ein leeres Versprechen von staatsm\u00e4nnischer Biederkeit abgel\u00f6st, womit das Vorhaben seines letzten innovativen Potenzials beraubt w\u00fcrde.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir erkl\u00e4ren uns mit dem Schlossnachbau nicht einverstanden, weil wir den Prozess seiner Durchsetzung kritisieren. Seit der Konzeption des Projektes im Jahr 2001 wurde die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber zentrale Fragen von den Verantwortlichen wiederholt get\u00e4uscht, um somit das Vorhaben einer berechtigten Kritik zu entziehen. Die Fehlinformation betrafen Fragen der Nutzung, der Kosten und Finanzierung, des Baubeginns und der Bauzeit. Der Zweck heiligte die Mittel, eine faire argumentative Auseinandersetzung war ebenso wenig gew\u00fcnscht wie ein Wettstreit der Ideen. Beim Architekturwettbewerb brachte man den Mut nicht auf, sich der Konkurrenz alternativer Herangehensweisen zu stellen. Selbst der fast gleichrangig zum ersten Preis dotierte Sonderpreis wird entgegen dem Juryvotum vom Auslober gezielt in den Hintergrund gedr\u00e4ngt.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit dem eingeschlagenen Weg wird eine historische Chance der Gestaltung dieses einmaligen Ortes vertan. Das Projekt verbaut den Blick auf die Vergangenheit wie auf die Zukunft.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn Sie auch Ihren Dissens artikulieren wollen, beteiligen Sie sich<br \/>\nunter: www.kein-schloss-in-meinem-namen.de<\/em><\/p>\n<p><em>Kontakt: info@kein-schloss-in-meinem-namen.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit Bekannten aus dem vor drei Jahren gegr\u00fcndeten Palastb\u00fcndnis, das einige Monate lang mit spektakul\u00e4ren Aktionen (nicht nur) Berlin in Atem hielt, hat der Mitbegr\u00fcnder und Erfinder der Plattform ABRISSBERLIN eine neue Plattform ins Leben gerufen: Kein Schloss in meinem Namen! Und wir alle k\u00f6nnen mitmachen. 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