{"id":961,"date":"2008-12-12T16:19:20","date_gmt":"2008-12-12T14:19:20","guid":{"rendered":"http:\/\/abriss-berlin.de\/blog\/?p=961"},"modified":"2010-02-06T23:14:46","modified_gmt":"2010-02-06T21:14:46","slug":"selbstverwaltung-als-letzter-ausweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.abriss-berlin.de\/blog\/?p=961","title":{"rendered":"Selbstverwaltung als letzter Ausweg"},"content":{"rendered":"<p>Die <a title=\"IZB - Initiative Zukunft Bethanien\" href=\"http:\/\/www.bethanien.info\">Initiative Zukunft Bethanien<\/a> (IZB) hat heute ihr Konzept f\u00fcr ein selbstverwaltetes soziales und kulturelles Zentrum im Bethanien-S\u00fcdfl\u00fcgel vorgestellt. Es setzt die Forderungen des <em>B\u00fcrgerbegehrens<\/em> und der BVV-Beschl\u00fcsse zum Bethanien um, ohne dass weitere Kosten f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand entstehen. Um bis Jahresende noch eine Einigung zu erzielen, fordert die IZB den Bezirk auf, dieses Konzept umzusetzen.<\/p>\n<p>Das Konzept der IZB sieht den Zusammenschluss aller Projekte im S\u00fcdfl\u00fcgel in einem gemeinn\u00fctzigen Verein und eine umfassende Selbstverwaltung vor. Das Modell garantiert eine kostendeckende und zugleich f\u00fcr die nicht-kommerziellen, sozialen und kulturellen Projekte tragbare Miete, ohne auf \u00f6ffentliche F\u00f6rdergelder angewiesen zu sein. \u201eDie Forderung von 14.000 Menschen nach einem sozialen, politischen, k\u00fcnstlerischen und sozialen Zentrum kann endlich Wirklichkeit werden \u2013 und dass, ohne den Bezirkshaushalt zu belasten\u201c, so Karla Kr\u00fcger, ein Mitglied der IZB. \u201eDie Politiker m\u00fcssen nur noch zugreifen.\u201c<\/p>\n<p>Der aktuell g\u00fcltige Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg (BVV) vom 27.2.2008 sieht den Ausbau des Bethanien-S\u00fcdfl\u00fcgels zu einem soziokulturellem Zentrum unter Tr\u00e4gerschaft der Gesellschaft f\u00fcr Stadtentwicklung (GSE) vor. 10 Monate nach Aufnahme der Verhandlungen wurden im S\u00fcdfl\u00fcgel keine Einigung zwischen den gegenw\u00e4rtigen Nutzer und dem vom Bezirk benannten Tr\u00e4ger GSE erzielt.<\/p>\n<p>Grund ist vor allem die H\u00f6he der Miete. Nicht-kommerzielle soziale und kulturelle Projekte sind nicht in der Lage, die von der GSE geforderten Mieten zu zahlen. Beispielsweise fordert die GSE in den Verhandlungen mit der NewYorck im Bethanien ca. 9.400 Euro pro Monat, w\u00e4hrend diese mit einer kostendeckenden Miete von 6.276 Euro kalkuliert. Selbst der Leiter der <a title=\"Druckwerkstatt im Bethanien\" href=\"http:\/\/www.bbk-kulturwerk.de\/cms\/site\/cat32.html\">Druckwerkstatt im Bethanien<\/a>, Mathias Mrowka, bezeichnet diese Mieten als \u201esittenwidrig\u201c und bef\u00fcrchtet die Vertreibung der Kultur aus dem Haus.<\/p>\n<p>Eine Einigung zeichnet sich auch jetzt nicht ab. Im Oktober hatte die BVV einen Vertragsabschluss zwischen GSE und der NewYorck im Bethanien bis Jahresende gefordert. Andere Projekte haben Vertragsverhandlungen noch gar nicht aufgenommen. Das von der IZB vorgeschlagene Konzept bietet den Verantwortlichen nun einen letzten Ausweg, ihre eigenen Beschl\u00fcsse zu realisieren. Nur so lie\u00dfen sich die ca. 800.000 Euro kalkulatorische Kosten pro Jahr vermeiden, die ab 2009 f\u00fcr das Bethanien anfallen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Das Selbstverwaltungsmodell sieht einen Nutzungsvertrag zwischen dem S\u00fcdfl\u00fcgel-Verein und einem gemeinn\u00fctzigen Tr\u00e4ger, beispielsweise der GSE, vor. Das Modell beruht auf<\/p>\n<p>* einer \u00dcbertragung der umfassenden finanziellen, organisatorischen und bautechnischen Verantwortung f\u00fcr die bauliche Unterhaltung des Geb\u00e4udes auf den S\u00fcdfl\u00fcgel-Verein;<\/p>\n<p>* einer deutlichen Senkung der Mieten durch Einsparungen bei Verwaltungs- und Personalkosten sowie bei den Bauma\u00dfnahmen; diese Einsparungen werden durch umfassende Selbstverwaltung und teilweise Eigenarbeit m\u00f6glich;<\/p>\n<p>* der Erstellung eines Arbeits- und Finanzierungsplans f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre<br \/>\nund seine Erf\u00fcllung in enger Zusammenarbeit mit <em>Experten<\/em> und<br \/>\nFachfirmen;<\/p>\n<p>* der Bildung von finanziellen R\u00fccklagen und Sicherheiten f\u00fcr anfallende<br \/>\nInstandhaltungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Dem Vorschlag der IZB haben sich neben den Projekten der <a title=\"NewYorck im Bethanien\" href=\"http:\/\/www.yorck59.net\">NewYorck im Bethanien<\/a> auch die <a title=\"Heilpraktikschule\" href=\"http:\/\/www.heilpraktikschule.de\">Heilpraktikschule<\/a>, <a title=\"Berlin lacht!\" href=\"http:\/\/berlin-lacht.com\">Berlin lacht!<\/a>, das <a title=\"Theaterb\u00fcndnis Blumenstrau\u00df\" href=\"http:\/\/www.theaterbuendnis.de\">Theaterb\u00fcndnis Blumenstrau\u00df<\/a>, die Kita \u201eKindergruppe Kreuzberg Nord\u201c im S\u00fcdfl\u00fcgel und das <a title=\"SOFA - Selbstverwaltetes Offenes Forum der AnwohnerInnen\" href=\"http:\/\/sofa-im-bethanien.blogspot.com\">Interkulturelle <em>Anwohnerforum<\/em><\/a> angeschlossen. \u201eDer Bezirk hat die vielen sozialen und kulturellen Projekte, die bereits im Bethanien arbeiten oder dies seit Jahren wollen, lange genug hingehalten.\u201c so Lars Wellmer, ein anderes IZB-Mitglied. \u201eWir fordern nun eine schnelle Umsetzung, um im Januar mit der Arbeit im selbstverwalteten S\u00fcdfl\u00fcgel beginnen zu k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Initiative Zukunft Bethanien (IZB) hat heute ihr Konzept f\u00fcr ein selbstverwaltetes soziales und kulturelles Zentrum im Bethanien-S\u00fcdfl\u00fcgel vorgestellt. 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