Gentrifiziert wohnen: Schöne neue Stadt

Abriss Ghost, 22. April 2008

Einladung zur Veranstaltung: Dienstag, 29. April 2008, 19 Uhr RAW-Tempel, Revaler Str. 99, F-hain

Privatisierung | Stadtumstrukturierung | Gentrification – Schönes neues Kreuzberg/Friedrichshain?

Touristenströme an jeder Ecke, höhere Mieten als im Prenzlauer Berg und die neue O2 Arena sind erst der Anfang eines massiven Umbaus der Stadtteile Kreuzberg und Friedrichshain. In den nächsten Jahren sollen entlang der Spree 20 neue Gebäude entstehen, auf einem Areal 8-mal so groß wie der Potsdamer Platz. Hochhäuser aus Beton und Stahl, Büros und Gewerbe sowie exklusives Wohnen am Wasser. Es geht um Profit – um möglichst viele und teure Ufer(an)lagen mit privatisiertem Spreeblick.

Die geplante „Aufwertung“ führt zur Ankurbelung der Mietspirale, die antisoziale Entwicklung Berlins wird vorangetrieben und Kultur vernichtet. Betroffen sind u. a. das Yaam, Bar25, Bauwagen Schwarzer Kanal und der Arena Club. Der Bezirk profitiert nicht von leer stehenden Büroklötzen und das Land Berlin von seinen kurzsichtigen Grundstücksverkäufen nur ein einziges Mal, und dann nie wieder. Zugleich wird ein Verdrängungsprozess stattfinden, die weniger Kaufkräftigen müssen den Gewinnern des neoliberalen Umbaus weichen.

Doch es geht nicht „nur“ um den Erhalt unseres Dorfs. Privatisierung und Stadtumstrukturierung sind wichtige Bestandteile des neoliberalen Umbaus. Mehr Wettbewerb, Durchkapitalisierung aller Lebensbereiche und die Aufwertung von Stadtteilen für eine finanzkräftige Klientel ihre Kennzeichen. In der Veranstaltung wird über Neoliberalismus und Privatisierung gesprochen, über den Zusammenhang zu Stadtumstrukturierung, über Berlin als private Stadt und letztendlich über die Möglichkeiten die Pläne der Neoliberalen zu durchkreuzen.

Theorie und Praxis eines neoliberalen Projektes – ein Veranstaltungsabend mit:

Joachim Bischoff (Redakteur Sozialismus)
Karin Baumert (ABRISSBERLIN)
Carsten Joost (MediaSpree Versenken)
Gerlinde Schermer (Donnerstagsskreis der SPD)
Antifaschistische Linke Berlin (ALB)